Neuer Calatrava-Bau: Jetzt gilts ernst am Stadelhofen

Der Neubau des Stararchitekten am Zürcher Bahnhof ist einen wichtigen Schritt weiter. Bald werden erste Anzeichen sichtbar.

Das «Hochseeschiff» kommt näher: So soll der Neubau beim Bahnhof Stadelhofen aussehen. Visualisierung: Calatrava Valls SA

Das «Hochseeschiff» kommt näher: So soll der Neubau beim Bahnhof Stadelhofen aussehen. Visualisierung: Calatrava Valls SA

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«Hochseeschiff» für die einen, «gestrandeter Wal» für die anderen: Im Zürcher Stadtparlament gingen die Meinungen bei der Diskussion um das Neubauprojekt von Santiago Calatrava am Stadelhofen weit auseinander.

Der renommierte spanisch-schweizerische Architekt plant als Ersatz für das Haus zum Falken, in dem das legendäre Café Mandarin eingemietet war, einen eigenwilligen Neubau für die Anlagestiftung der Versicherungsgesellschaft Axa: ein fünfgeschossiges Geschäftshaus mit geschwungener Stahl-und-Glas-Fassade samt integrierter Velostation. Kostenpunkt für das Neubauprojekt: 46 Millionen Franken.

Bauvisiere folgen im Herbst

Jetzt ist das spektakuläre Bauprojekt einen Schritt weiter. Seit diesem Montag ist der private Gestaltungsplan «Haus zum Falken» definitiv in Kraft. Gegen den entsprechenden Beschluss des Zürcher Stadtrates vom vergangenen April ist kein Rekurs eingegangen, wie es beim Baurekursgericht auf Anfrage heisst. «Mit der Inkraftsetzung des Gestaltungsplans ist es nun möglich, eine Baubewilligung zu erteilen», sagt Fabian Korn vom Amt für Städtebau.

Die Bauherrin Axa arbeitet zurzeit das Baugesuch für das Haus zum Falken aus. «Wir planen, dieses im vierten Quartal 2019 einzureichen», sagt Axa-Sprecher Urban Henzirohs. Laut den Planungen des Unternehmens soll das Calatrava-Projekt im Herbst 2019 mit Bauvisieren ausgesteckt werden, der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest.

Der Blick vom Platz aus: So soll der Calatrava-Bau einst aussehen. Visualisierung: Calatrava Valls SA

Nach der Baueingabe liegt das Projekt öffentlich auf. «Dann werden wir die Nachbarn und die anliegenden Geschäfte und Firmen an einer Veranstaltung informieren, wie wir dies bei diesem Projekt auch schon gemacht haben,» sagt Henzirohs.

Alle Projektpartner seien von Calatravas Projekt überzeugt, sagt der Axa-Sprecher. Offen ist allerdings, ob das auch für alle Anwohner gilt. Henzirohs: «Ob jemand vom Recht auf einen Einspruch Gebrauch macht, können wir nicht abschätzen.» Bei einem reibungslosen Verlauf rechnet die Axa mit einem Baubeginn im Lauf des ersten Halbjahres 2020 und mit einer zweieinhalbjährigen Bauzeit. Das Restaurant Mandarino im Haus zum Falken kann seinen Betrieb bis kurz vor dem Baustart weiterführen.

Rekurs abgewiesen

Das Zürcher Stadtparlament hatte dem privaten Gestaltungsplan für das Haus zum Falken im Januar 2018 mit 92 zu 29 Stimmen zugestimmt, später folgte auch die Genehmigung des Kantons. Doch im August 2018 ging ein Rekurs beim Baurekursgericht ein. Der Rekurrent kritisierte, das Projekt passe nicht in die Umgebung und verletze Auflagen des Denkmalschutzes. Das Baurekursgericht hielt die Einwände indes für unbegründet und wies den Rekurs im vergangenen Februar ab. Der Entscheid wurde nicht weitergezogen.

Erstellt: 18.06.2019, 18:39 Uhr

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