Neues Stadion bringt Zürich jährlich 1,2 Millionen Franken ein

«Endlich ein richtiges Fussballstadion»: Stadt und Investoren präsentierten das Projekt für das Areal Hardturm. Das letzte Wort haben Gemeinderat und Stimmvolk.

(Tages-Anzeiger)

(Erstellt: 13.09.2017, 14:18 Uhr)

Der lange Weg zum neuen Hardturmstadion

2003
Die Zürcher stimmen über das sogenannte Pentagon-Projekt ab. Ein Stadion, das 30'000 Zuschauer gefasst hätte – mit Shoppingcenter in der Mantelnutzung. Die Credit Suisse (CS) sollte es bauen, die Stadt sich mit 47,7 Millionen Franken daran beteiligen. Das Stimmvolk nimmt das Projekt an der Urne deutlich an.

2004
Das Pentagon-Stadion hätte Austragungsstätte für Spiele der EM 2008 werden sollen, welche die Schweiz und Österreich organisierten. Rekurse von Anwohnern blockieren den Bau des Stadions jedoch; bald ist klar, dass es mit dem Bau bis zur EM knapp werden könnte.

2005
Da der Hardturm vielleicht nicht rechtzeitig auf die EM fertig sein wird, forciert der Stadtrat den Neubau des Letzigrunds. Im Juni 2005 heissen die Stimmbürger den Neubau und einen 11-Millionen-Zusatzkredit für die Eurotauglichkeit des Stadions gut.

2008
Im Sommer finden im neuen Letzigrund EM-Spiele von Frankreich, Italien und Rumänien statt. Im Winter folgt der Abbruch des Hardturms, in dem seit mehr als einem Jahr kein Spiel mehr ausgetragen worden ist.

2009
Der Rechtsstreit, der den Pentagon-Bau blockiert hat, dauert weiter an. Die Credit Suisse reagiert darauf, indem sie aus dem Projekt aussteigt. Die Grossbank verkauft das Areal für 50 Millionen Franken der Stadt, die nun selber ein Stadion bauen will.

2010
Die Stadt will ein kleineres Stadion ohne Shoppingcenter: 16 000 Zuschauer und gemeinnützige Wohnungen sollen auf dem Hardturmareal entstehen.

2013
Das Badener Büro Burkard Meyer Architekten gewinnt den Wettbewerb. Über das Stadion, das 216 Millionen Franken gekostet hätte, stimmen die Zürcher 2013 ab. 50,8 Prozent sind dagegen.

2014 bis 2016
Trotz Niederlage an der Urne schreibt die Stadt 2014 einen neuen Investorenwettbewerb aus. Fünf Bewerberteams nehmen teil, HRS geht mit dem Projekt Ensemble als Gewinner hervor.

Voraussichtlich 2018
Die Stadtzürcher Stimmbürgerinnen und Stimmbürger stimmen zum dritten Mal über ein neues Hardturmstadion ab.
(sip)

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