Neukomm: «Das Thema Klimaschutz ist in»

Zum neunten Mal findet am Sonntag der autofreie Aktionstag «Zürich multimobil» statt. Das Interesse ist laut Stadtrat Robert Neukomm steigend – er erwartet 100'000 Besucher.

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Mit dem Erlebnistag will der Zürcher Stadtrat die Besucherinnen und Besucher für umweltfreundliche Methoden der Fortbewegung begeistern. Dazu finden am kommenden Sonntag in der für den Autoverkehr gesperrten Innenstadt rund 50 Veranstaltungen statt, für die Umweltminister Robert Neukomm (SP) gestern die Werbetrommel rührte. Der Schwerpunkt des Aktionstages liegt beidseits der Limmat zwischen Quaibrücke und Central.

Volksfest statt Drohfinger

Statt auf Verbote setzt der Anlass auf Information und Motivation, wie Neukomm sagte. Volksfest statt Drohfinger lautet das Mittel, mit dem die Besucher für den Klima- und Umweltschutz sensibilisiert werden sollen. «Wir wollen nicht schulmeisterlich auftreten, sondern auf spielerische Art aufzeigen, wie man mobil sein kann und dennoch Energieressourcen und das Klima schonen kann – ohne Verlust von Lebensqualität.»

So verschiedenartige Angebote wie ein Stadtrundgang, ein Orientierungslauf oder eine Kletterwand sollen «umweltfreundliche Mobilität erlebbar machen», wie Projektleiterin Cordelia Oppliger sagte. Informationsstände im Festgelände geben Aufschluss über die Auswirkungen unserer Mobilitätsbedürfnisse und zeigen Alternativen auf – etwa den Gebrauch von Naturgas- und Hybridfahrzeugen.

An einem 2000-Watt-Rechner können Besucher den eigenen Energieverbrauch ausrechnen, wobei bekanntlich vor allem Flugreisen zu Buche schlagen. Dass in dieser Hinsicht auch der städtische Umweltminister noch einen gewissen Aufholbedarf hätte, räumte er gleich selber freimütig ein: «Einmal pro Jahr fliege ich trotzdem nach Griechenland in die Ferien», sagte Neukomm.

Zu den diesjährigen Besonderheiten gehören laut Oppliger eine Teststrecke für Elektrofahrzeuge auf dem Stadthausquai, wo Besucher Elektromobile, Elektroscooters und Twikes selber Probe fahren können. Als weitere Attraktion künden die Organisatoren das Gehzeug (statt Fahrzeug) an: eine Holzkonstruktion in der Grösse eines Autos, die mit einem Gurt getragen wird. An einer Gehzeug-Parade (12.30 Uhr, Ecke Uraniabrücke/Limmatquai) will der Verein Umverkehr verdeutlichen, wie viel Raum fahrende und parkierte Autos in der Stadt beanspruchen, wie Geschäftsleiter Thomas Stahel sagte. Zürich Multimobil ist der grösste von der Stadt Zürich organisierte Anlass.

«2000-Watt-Gesellschaft»

Er gehört zum Legislaturschwerpunkt «Nachhaltige Stadt Zürich – auf dem Weg zur 2000- Watt-Gesellschaft» und steht im Rahmen der europäischen Mobilitätswoche, an der sich gegen 1500 Gemeinden mit ähnlichen Projekten beteiligen.

Fühlen sich Autofahrer angesprochen?

Die Wirkung solcher Erlebnistage auf das Mobilitätsverhalten ist allerdings ungewiss. Die Kernfrage: Lassen sich auch passionierte Autofahrer ansprechen – oder kommen vorn allem Personen, die von der autofreien Fortbewegungsart gar nicht mehr überzeugt werden müssen und das Fest aus politischen Gründen besuchen? Neukomm bleibt zuversichtlich: Natürlich dürfe die Wirkung nicht überschätzt werden. Aber in Zeiten von Klimawandel und Erdölschock sei das Interesse an solchen Anlässen tendenziell steigend, das zeigten auch die Reaktionen, die in seinem Amt eingingen. «Das Thema Klimaschutz ist in, es würde mich nicht erstaunen, wenn es diesmal einen neuen Besucherrekord gäbe.» Offiziell rechnet der Stadtrat mit 100'000 Besuchern. Kritik an der erneuten Verkehrssperrung der City weist Neukomm zurück: «Mit Verlaub, es ist nur ein sehr kleiner Teil betroffen, Quai- und Bahnhofbrücke bleiben befahrbar.» Vorwürfe höre er eher von der anderen politischen Seite, die am liebsten die ganze Stadt sperren möchte. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 25.09.2008, 20:23 Uhr

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