Nicht therapierbarer Sexualstraftäter wird verwahrt

Ein heute 38-jähriger Sexualstraftäter wird verwahrt. Es war nicht gelungen, mit Hilfe einer Therapie die hohe Rückfallgefahr zu senken.

Entschied Verwahrung statt Entlassung in die Freiheit: Bezirksgericht Zürich.

Entschied Verwahrung statt Entlassung in die Freiheit: Bezirksgericht Zürich. Bild: Walter Bieri/Keystone

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Das Bezirksgericht Zürich hat die Verwahrung des Mannes angeordnet. Heute Freitag wurde der Beschluss eröffnet. Grund ist unter anderem das hohe Rückfallrisiko.

Laut den zuständigen Ärzten ist der Mann schizophren und paranoid. Er habe aber weder Einsicht in seine Krankheit, noch ein Deliktbewusstsein, und er könne sich auch nicht in die Lage seiner Opfer einfühlen. Langfristig wird der aus der Türkei stammende Mann als unbehandelbar eingestuft. Das Risiko, dass er weiter vergewaltige, sei hoch, so die Fachleute.

«Ich bin gesund und ungefährlich»

Vor dem Bezirksgericht hatte sich der Mann gegen die drohende Verwahrung gewehrt. Er sei psychisch gesund und ungefährlich, versicherte er. Nach seiner Haftentlassung wolle er in der Türkei leben.

1998 hatte er im Kanton Zug ein 15-jähriges Mädchen vergewaltigt. 2003 zwang er seine damalige drogenabhängige Freundin mehrmals gegen ihren Willen zum Geschlechtsverkehr.

2008 verurteilte ihn das Zürcher Obergericht wegen mehrfacher Vergewaltigung, sexuellen Handlungen mit Kindern und weiteren Delikten zu einer fünfjährigen Freiheitsstrafe. Es gestand dem Beschuldigten aber eine stationäre Massnahme zu. Der Mann absolvierte also fünf Jahre lang eine intensive psychiatrische Therapie, die jedoch nicht den nötigen Erfolg brachte.

Laut Strafgesetzbuch muss eine Massnahme aufgehoben werden, wenn ihre Durchführung als aussichtlos erscheint. Hatte der Täter schwere Gewaltdelikte begangen, kann anstelle der aufgehobenen Massnahme eine Verwahrung angeordnet werden, sofern die ernsthafte Gefahr besteht, dass er ähnliche Delikte wieder begehen könnte. Weil diese Gefahr beim 38-Jährigen bestand, beschloss nun das Bezirksgericht auf Antrag des Amtes für Justizvollzug, den Vergewaltiger zu verwahren. (thas./sda)

Erstellt: 13.09.2013, 17:56 Uhr

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