Nun fährt ein Batterie-Trolleybus durch Zürich

Während der nächsten Monate wird in Zürich der «Swiss Trolley plus» getestet: Ein Bus, der über eine Hochleistungsbatterie betrieben wird.

Feuertaufe für den «Swiss Trolley plus», der bis zu 30 Kilometer per Batterie zurücklegen kann. Video: Tamedia/SDA

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Er ist gut eine Tonne leichter als ein herkömmlicher Trolleybus und in seinem Innern sorgt eine Hochleistungsbatterie dafür, dass er bis zu 30 Kilometer ohne Verbindung zur Oberleitung zurücklegen kann.

Die Zürcher Verkehrsbetriebe (VBZ) haben am Dienstag mit dem «Swiss Trolley plus» ihr neues Elektromobilitätsfahrzeug vorgestellt. In den kommenden Wochen wird der spezielle Bus erstmals in der Schweiz getestet. Zunächst wird er ohne Fahrgäste und vor allem auf einer Linie unterwegs sein. «Nach erfolgreicher Testphase – wir hoffen ab März – ist dann der Einsatz mit Passagieren geplant», sagte VBZ-Vizedirektor Christoph Rütimann vor den Medien.

Ausgeklügeltes Steuersystem

Während die heute eingesetzten Trolleybusse erst auf kurzen Teilstrecken ohne Fahrleitung verkehren, kann der zukünftige Hochleistungs-Trolleybus längere Abschnitte im Batteriemodus befahren. Dafür notwendig ist neben einer so genannten Traktionsbatterie ein ausgeklügeltes Steuer- und Regelsystem.

«Der alt bewährte Trolleybus wird zum Batteriebus, der sich sich an der Fahrleitung auflädt», sagte Rütimann. Das Fahrzeug müsse weder an einer E-Tankstelle aufgetankt werden, noch würden Engpässe im Versorgungsnetz entstehen.

Entwickelt wurde der neue Elektrobus von der Carrosserie Hess AG in Zusammenarbeit mit den VBZ, der ETH Zürich und der Berner Fachhochschule. Das Bundesamt für Energie (BFE) unterstützt das Vorhaben. Das Projekt sei ein wichtiger Schritt in Richtung eines nachhaltigen Energiesystems, sagte Philippe Müller vom BFE.

Das neue Fahrzeugkonzept entlastet das Fahrleitungsnetz in der Stadt Zürich. «Zusätzlich zum Fahren im Batteriemodus werden die Stromspitzen der Fahrleitung abgeflacht», sagte Christopher Onder vom Institut für Dynamische Systeme und Regelungstechnik an der ETH Zürich. Energieverluste könnten so minimiert werden.

15 Prozent weniger Energiebedarf

Onder rechnete vor, dass der Energiebedarf etwa auf der Buslinie 46 in der Stadt Zürich, auf der sieben Trolleybusse im Einsatz sind, mit den neuen Fahrzeugen um rund 15 Prozent gesenkt werden könnte. Weil an gewissen Stellen auf Fahrleitungen verzichtet werden kann, würden auch der Wartungsaufwand und die Betriebskosten verringert.

Gemäss Alex Naef, Geschäftsführer der Carrosserie Hess AG, sind auch andere Städte in der Schweiz am «Swiss Trolley plus» interessiert. Bern und Biel hätten bereits Fahrzeuge bestellt. In Vevey und Montreux läuft derzeit die Ausschreibung. Und auch Winterthur hat sein Interesse angemeldet. (SDA)

Erstellt: 17.01.2017, 15:13 Uhr

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