Durchmesserlinie

Oerlikon hat nun einen Grossbahnhof

Bereits hat Oerlikon den siebtgrössten Bahnhof der Schweiz. Und er wächst weiter. Heute Mittag ist der erste Zug auf dem neuen Gleis 8 eingefahren.

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Wo früher die Affolternstrasse und das historische MFO-Gebäude lagen, liegen nun neue Schienen. Der Bahnhof Oerlikon wächst gegen Norden. Der Beweis, dass sich Oerlikon zum Grossbahnhof mausert, liefern seit heute auch die Perrontafeln. Denn Oerlikon hat nun offiziell acht Gleise. Seit 12 Uhr verkehren die S-Bahnen 5, 6, 7, und 16 sowie der Regioexpress nach Schaffhausen und der Flugzug auf dem neuen Gleis 8. Das Gleis ist am Morgen von Regierungsrat Ernst Stocker (SVP) und Markus Geyer, stellvertretender Leiter SBB Infrastruktur, feierlich eingeweiht worden.

Bis Mitte 2016 wird der gesamte Bahnhof Oerlikon erneuert und um zwei Gleise erweitert. Alle Züge, die bis am Mittag auf dem Gleis 6 verkehrt haben, verkehren nun auf der ehemaligen Affolternstrasse, die um knapp 20 Meter verlegt werden musste. Spektakulärster Akt war im Mai 2012 die Verschiebung des Direktionsgebäudes der ehemaligen Werkzeug- und Maschinenfabrik Oerlikon (MFO). Das 6200 Tonnen schwere historische Backsteingebäude wurde auf Stahlrollen gesetzt und rund 60 Meter nach Westen versetzt.

13 S-Bahn-Linien durch Oerlikon

Das bisherige Gleis 6 wurde heute Mittag vorübergehend stillgelegt. Gemäss einem ausgeklügelten Plan werden bis Ende 2015 immer zwei Gleise und Perrons saniert und sechs benutzt. Bereits im April 2014 ersetzt Gleis 7 Gleis 5. Erst ab Ende 2015 hat Oerlikon wirklich acht Geleise. Das Zugsangebot in Zürich-Nord wird dann um beinahe 50 Prozent erhöht – von sieben auf elf S-Bahn-Linien. Ab 2018 – wenn auch die Strecke Effretikon–Winterthur ausgebaut ist – werden es gar 13 Linien sein.

Oerlikon ist der Anfang – oder das Ende – der neuen Durchmesserlinie. Das 2-Milliarden-Projekt verbindet die Bahnhöfe Altstetten, Hauptbahnhof und Oerlikon. Kernprojekt sind der neue Weinbergtunnel und der unterirdische Bahnhof Löwenstrasse unter dem HB. Beide werden Mitte 2014 eröffnet. Ab diesem Zeitpunkt verkehren die Züge der Zürcher S-Bahn von und nach dem linken Zürichseeufer durch den Bahnhof Löwenstrasse und den Weinbergtunnel nach Oerlikon. Der Zeitgewinn beträgt bis zu sechs Minuten.

Nicht nur neue Gleise werden in Oerlikon gebaut, auch Perrons, Unterführungen und Ladenflächen werden vollständig modernisiert. Zwischen der Personenunterführung Mitte und der neuen Quartierverbindung, welche die SBB zusammen mit der Stadt Zürich realisieren, entsteht eine neue Einkaufsmeile. Mit dem Zugang Ost öffnet sich der Bahnhof Oerlikon gegen Leutschenbach und das Glattal hin. Auf der Ostseite des Bahnhofs erstellen die SBB zudem eine unterirdische Velostation. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.08.2013, 14:33 Uhr

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