Polizei gibt Entwarnung an der Zürcher Hochschule der Künste

Die Polizei hatte die Hochschule wegen eines Amokalarms abgeriegelt. Kurz vor Mittag konnten die verbarrikadierten Studenten die Gebäude wieder verlassen. Im Einsatz standen weit mehr als 100 Personen.

Die Rettungskräfte waren wegen eines anonymen Anrufs mit weit mehr als 100 Personen im Einsatz.
Video: Stefan Hohler

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An der Zürcher Hochschule der Künste (ZHDK) hatte ein Grossaufgebot der Polizei die Liegenschaften abgesichert. Weit über 100 Personen – darunter Grenadiere – waren laut Marco Cortesi, Chef Mediendienst der Stadtpolizei Zürich, im Einsatz. Während die Spezialeinheit Skorpion die Gebäude absicherte, führten Detektive der Stadtpolizei intensive Abklärungen vor Ort durch. Wie die Stadtpolizei mitteilt, konnte kurz vor Mittag festgestellt werden, dass für die Studenten und Lehrkräfte keine Gefahr mehr besteht. Die Personen im Gebäude wurden mit Lautsprecherdurchsagen und via Twitter-Meldungen dazu aufgefordert, das Gebäude ruhig und ohne Hektik zu verlassen.

Gemäss Polizei-Sprecher Cortesi hatte ein anonymer Anruf den Amokalarm ausgelöst. In den rund 1400 Räumen hätten sich rund 5000 Menschen befunden. Der Gebäudekomplex beherbergt nicht nur die ZHDK, sondern auch zwei Departemente der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Wie ein ZHAW-Sprecher sagt, handelt es sich dabei um die Studiengänge Soziale Arbeit und Psychologie.

Die Polizisten hatten das Areal am Vormittag weiträumig abgesperrt:

Wie Leserreporter Michael Eugster berichtet, wurden die Studenten per Durchsage gleichzeitig aufgefordert, das Gebäude unter keinen Umständen zu verlassen, sich in einen abschliessbaren Raum zu begeben und in «Bodennähe zu bleiben». Zahlreiche Studenten verschanzten sich daraufhin in den Klassenzimmern. Zudem wurden alle Läden des Gebäudes automatisch geschlossen und das Licht gelöscht:

Ein junger Mann hatte sich mit einem Kollegen in einem der Schulungszimmer in Sicherheit gebracht. Er schildert, dass am Anfang offenbar kaum jemand den Alarm ernst genommen habe. Die Studenten seien noch locker in der Cafeteria sitzen geblieben. Erst als die Schulleitung per Durchsage bekannt gab, es handle sich nicht um eine Übung und man müsse den Alarm ernst nehmen, hätten sie reagiert.

Michael Eugster ist Student an der ZHDK. Er weiss: «Vor einer Woche ging bereits ein Alarm los. Er entpuppte sich aber rasch als Fehlalarm. Nach 13 Minuten kam bereits die Entwarnung.» Diesmal solle es sich aber um einen Ernstfall handeln, wie eine junge Frau sagt, die mit einer Studentin, die sich im Gebäude befindet, telefonischen Kontakt hat.

Laut Polizei-Sprecher Marco Cortesi ereigneten sich in den vergangenen zwei Wochen zwei ähnliche Vorfälle. Just an diesem Donnerstagvormittag war ein Treffen zwischen der Schulleitung und der Polizei geplant, um die Umstände der vergangenen Alarme zu überprüfen. «Nun ist dieser Alarm dazwischengekommen. Selbstverständlich mussten wir davon ausgehen, dass dieser Alarm ernst ist.»

Die Hochschule bleibt heute Nachmittag geschlossen und wird ihren Betrieb morgen im gewohnten Rahmen wiederaufnehmen. Die vorgesehenen Abendveranstaltungen finden aber statt. Die polizeilichen Ermittlungen laufen weiter auf Hochtouren. Sobald weitere Erkenntnisse vorliegen, will die Polizei weiter informieren.

Erstellt: 04.12.2014, 09:55 Uhr

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