Polizei mahnt – Dutzende private Drohnen über dem Züri-Fäscht

Die unbewilligten Drohnenflüge passten den Sicherheitsleuten gar nicht. Für Piloten und künftige Feste könnte das Folgen haben.

Tolle Party, gefährliche Flugmanöver? Über zwei Millionen Menschen tummelten sich am Wochenende rund ums Zürcher Seebecken. Foto: Raisa Durandi

Tolle Party, gefährliche Flugmanöver? Über zwei Millionen Menschen tummelten sich am Wochenende rund ums Zürcher Seebecken. Foto: Raisa Durandi

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Sie gehörte zum Höhepunkt des diesjährigen Züri-Fäscht: die Drohnenshow. Doch waren die 150 Leucht-Flugobjekte längst nicht die einzigen, die herumschwirrten. Bereits in der Nacht auf Samstag beobachteten Besucherinnen und Besucher rot blinkende Punkte am Nachthimmel: Anzeichen dafür, dass nicht nur das Feuerwerk, sondern Privatdrohnen in die Luft gingen.

Am Sonntag sahen sich die Organisatoren des Züri-Fäscht gar gezwungen, die Hobbypiloten via soziale Medien zu bitten, weitere solche illegalen Drohnenflüge zu unterlassen.

Die Stadtpolizei teilt mit, dass sie sich insbesondere am Samstag mit dem illegalen Betrieb von privaten Drohnen beschäftigen musste. «Während des ganzen Tages wurden mehrere Dutzend Drohnen festgestellt», schreibt die Polizei in der Bilanz des Sicherheitsdepartements. Vereinzelt hätten die Piloten angehalten und kontrolliert werden werden können. Es wird nun mittels GPS-Daten der Drohnen eruiert, inwiefern für die Züri-Fest-Besucher eine Gefährdung bestanden habe, sagt der Sprecher der Stadtpolizei Zürich, Marco Cortesi. Anschliessend würden auch entsprechende Verzeigungen geprüft.

Rechtlich richtig

Zwar ist es grundsätzlich erlaubt, mit privaten Drohnen ohne Bewilligung über öffentlichen Grund zu fliegen. Doch gibt es rechtliche Schranken: So dürfen Drohnenpiloten nicht näher als 100 Meter an Menschenansammlungen heran. Auch das Überfliegen grosse Personengruppierungen ist untersagt. Für Ausnahmen dieser Regelung bräuchte es eine Bewilligung des Bundesamts für Zivilluftfahrt.

Die Polizei hätte auch die Möglichkeit, für Grossveranstaltungen eine spezielle Einschränkung – beispielsweise ein Flugverbot – zu erlassen. Eine solche habe es beim Züri-Fäscht nicht gegeben. Nun will die Zürcher Stadtpolizei auch prüfen, ob sie für kommende Events dieser Grösse Flugzonenverbote erlassen soll und wie die rechtliche Situation ist. Ein Verbot bringe jedoch nur dann etwas, wenn man auch die technischen Mittel habe, um es durchzusetzen, gibt die Polizei zu bedenken. «Diesbezüglich stecken wir noch in der Anfangsphase», so der Sprecher. Jedoch sei man nun daran, geeignete technische Systeme zu prüfen. Das dieses bis zu der bevorstehenden Street Parade bereits gefunden werde, sei jedoch eher unwahrscheinlich. «Bei der Einführung der Strassensperren waren wir auch nicht die Ersten, doch haben wir ein Lösung gefunden, die sich bewährt hat und die funktioniert», sagt Cortesi.

Und mit welchen Sanktionen müssen Drohnenpiloten rechnen, wenn sie bei solchen unerlaubten Flügen erwischt werden? Das Gesetz legt die zu erwartenden Sanktionen nicht genau fest. Doch es muss gemäss Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) bei Nichteinhalten des Mindestabstandes zu einer Menschenansammlung mit einer Busse von mindestens 300 Franken gerechnet werden. (saf)

Erstellt: 08.07.2019, 11:21 Uhr

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