Polizei sägt Labitzke-Besetzer von Barrikade los

Die Bewohner des Labitzke-Areals haben am frühen Dienstagmorgen die Hohlstrasse in Altstetten verbarrikadiert. Ein Demonstrant hat sich so gut an den Barrikaden festgekettet, dass die Räumung Stunden dauerte.

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An der Hohlstrasse in Zürich-Altstetten haben sich in den frühen Morgenstunden aussergewöhnliche Szenen abgespielt. Die Polizei räumte eine Strassenbarrikade weg, die von den Besetzern des Labitzke-Areals mitten auf der wichtigen Verbindungsachse in die Innenstadt platziert worden war. Die Demonstranten wehrten sich mit einem Sitzstreik gegen die Räumung der Strasse. Einer von ihnen hatte sich an die Barrikaden festgekettet. Es dauerte Stunden, bis die Polizei ihn lossägen konnte.

Die Hohlstrasse ist inzwischen wieder befahrbar

16 Personen wurden festgenommen, wie es in einer Medienmitteilung der Stadtpolizei heisst. «Vorläufig räumen wir aber nur die Strasse und nicht das Labitzke-Areal», sagt Polizeisprecher Michael Wirz auf Anfrage. Damit es zu einer Hausräumung kommt, müssen der Polizei ein gültiger Strafantrag sowie eine rechtskräftige Abbruch- oder Baubewilligung vorliegen. Die Liegenschaft muss zudem unmittelbar nach der Räumung abgebrochen oder legal genutzt werden. Ob ein Strafantrag vorliegt, will die Stadtpolizei aus taktischen Gründen nicht sagen.

Die Protestaktion auf der Hohlstrasse ist friedlich verlaufen. Die Hohlstrasse ist inzwischen wieder befahrbar. Die Strecke vor dem Labitzke-Areal war für den Pendlerverkehr jedoch während Stunden nicht passierbar. Betroffen war vor allem die Buslinie 31. Zwischen Farbhof und Hardplatz konnten keine Ersatzbusse eingesetzt werden.

«Wir lassen uns nicht verdrängen»

Die Mieter des Labitzke-Areals hatten bereits vor einiger Zeit angekündigt, für «Unordnung in der Stadt» zu sorgen. Mit ihrer Aktion von heute Dienstagmorgen protestierten sie gegen die drohende Räumung des Areals.

Bereits um 6 Uhr trugen rund 50 Besetzer Möbel und Sperrplanken auf die Hohlstrasse. Die Besetzer inszenierten die Strassensperre als Wasserrohrbruch. Einige von ihnen trugen Strassenarbeiteruniformen. Dazu servierten sie den Anwesenden Essen, was bereits gestern als «Sonnenaufgangsfrühstück» angekündigt worden war. Die Protestierenden begründen ihre Aktion gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet wie folgt: «Nach der Räumung sitzen wir auch auf der Strasse, darum setzen wir uns auf die Strasse. Wir lassen uns nicht verdrängen und leisten Widerstand.»

Erstellt: 05.08.2014, 07:04 Uhr

Kein Durchkommen: Der Verkehr auf der Hohlstrasse ist blockiert. (Video: Stefan Hohler)

Die Besetzer gehen auf die Strasse: Am Dienstagmorgen wurde die Hohlstrasse blockiert. (Video: Stefan Hohler)

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