Polizei gibt Binzbesetzern grünes Licht für Party

Vermummte hatten am Freitagabend das Gelände in der Binz in Zürich besetzt, die Polizei setzte Gummischrot ein. Nun dürfen die Besetzer feiern.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Eine Gruppe von rund 70 Vermummten hat am Freitagabend das brachliegende Binz-Areal in Zürich besetzt. Die aus der autonomen Szene stammenden Aktivisten fuhren mit Traktoren auf das Gelände und wollen dort über das Wochenende eine grosse Party feiern.

Die Polizei war sofort mit einem Grossaufgebot vor Ort und sperrte die Strassen rund um das Areal grossflächig ab. Die Uetlibergstrasse war für den Verkehr gesperrt. Sie setzte Gummischrot und Tränengas ein. «Ganz am Anfang gab es einen Gummischrot-Einsatz», bestätigt Adrian Feubli, Mediensprecher der Stadtpolizei auf Anfrage. «Momentan ist die Lage friedlich.»

«Das wird ein schlafloses Wochenende»

Mittlerweile hat die Polizei das Feld weitgehend geräumt und lässt die mehreren Hundert Besetzer gewähren. Die Aktivisten bringen Baumaterial auf das Gelände und stellen Türme und Bars auf. Mehrere Lastwagen einer bekannten Getränkefirma sind vor Ort und sorgen dafür, dass es an Flüssigem nicht mangeln wird. Die Veranstalter haben bis am Sonntagabend ein vielseitiges Programm angekündigt, die Party dürfte wohl noch länger dauern. «Das wird mal wieder ein schlafloses Wochenende», sagen Anwohner, die sich ebenfalls auf dem Gelände versammelt haben. «Aber das war auch früher nicht anders, als die Besetzer noch dauerhaft hier waren.»

In einem Communiqué schreiben die Aktivisten, dass sie am Wochenende ein grosses Fest auf dem Binzareal veranstalten wollen. «Wir hauchen der seit dem Abriss vor zwei Jahren ungenutzten Binz-Brache für drei Tage neues Leben ein. Es gibt Speis und Trank, Konzerte und Vorträge zur Erweiterung unserer Horizonte».

Vor zwei Jahren geräumt

Mit dem Fest wollen die Besetzer der Binz ein Denkmal setzen. «Es erinnert daran, wie hier bis vor über zwei Jahren die Binz stand. Die Binz bot Möglichkeiten, ohne Gewinnmaximierungsdruck Kultur zu schaffen und alternative Lebensformen auszuprobieren.»

Während mehrerer Jahre war die Binz eine der grössten Besetzungen der Stadt Zürich. Vor zwei Jahren wurde das Gelände schliesslich geräumt.

Auf Twitter kursieren bereits Bilder des Binz-Areals und der gesperrten Strassen in der Region:

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 17.07.2015, 19:42 Uhr

Artikel zum Thema

Kanton muss Räumung des Binz Areal selber zahlen

Die Besetzer der Binz haben nach ihrem Abzug grosse Mengen Abfall hinterlassen. Für dessen Entsorgung muss der Kanton aufkommen. Mehr...

Richard Wolff und die linke Gewalt

Der AL-Stadtratskandidat und ehemalige Zürcher Bewegte hat Mühe, sich von der Gewalt der Binz-Besetzer zu distanzieren. Mehr...

Binz-Besetzer verspielen politischen Goodwill

Nach den Ausschreitungen rund um einen Demonstrationszug der Binz-Besetzer gehen politische Unterstützer auf Distanz – und sind enttäuscht über das grosse Schweigen der Protagonisten. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Kommentare

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Die Welt in Bildern

Klare Linie: Ein Model läuft an den Sao Paulo Fashion Weeks über den Laufsteg. (23. April 2019)
(Bild: Alexandre Schneider/Getty Images) Mehr...