Polizisten sagen Nein zum Stadion

Die Zürcher Stadtpolizisten kritisieren die Stadionvorlage: Bei den Spielen des FC Zürich brauche es mehr Personal. Und darum auch mehr Geld für die Sicherheit.

Mehr Personal bei Matches des FCZ: Sicherheitskräfte beim Spiel GC gegen Basel im Mai 2009.

Mehr Personal bei Matches des FCZ: Sicherheitskräfte beim Spiel GC gegen Basel im Mai 2009. Bild: Patrick B. Krämer/Keystone

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Es ist die Südkurve der FCZ-Fans, die von den Stadtpolizisten ins Visier genommen wird: Ihretwegen sind die Heimspiele des FC Zürich im geplanten Hardturmstadion problematisch für den Stadtzürcher Polizeibeamtenverband, dem fast sämtliche Polizisten des Korps angehören. Laut dem Verband kommen sich Heimfans und zugereiste Gästefans vor dem Stadion zu nahe. Die Polizisten müssten bei Hochrisikospielen wie dem FCZ gegen Basel die Fangruppen voneinander fernhalten.

Das erhöhe den Sicherheitsaufwand beträchtlich, kritisiert der Verband. Die Mehrkosten pro Jahr sollen gegen eine Million Franken betragen. Das sagte Phillipp Hotzenköcherle bereits im Frühling als damaliger Polizeikommandant in einem Interview.

Grösseres Aufgebot

Beim neuen Stadion werden die FCZ-Fans ihre Plätze in der Südkurve von der Pfingstweidstrasse her ansteuern. Die Gästefans kommen vom Bahnhof Altstetten zum Hardturm, wo sie zur speziell geplanten Passerelle ins Stadion geführt werden.

«Bei Hochrisikospielen müssen wir Polizisten die Gästefans vom Bahnhof über die gesperrte Aargauerstrasse bis zur Passerelle begleiten – und vor der Passerelle einen Trichter bilden», sagt Verbandspräsident Werner Karlen. Dazu benötige die Stadtpolizei ein grösseres Aufgebot als heute im Letzigrundstadion oder früher im alten Hardturmstadion.

Mehr Überzeit, mehr Belastung

Ideen für Alternativen hat der Verband dem Stadtrat aufgezeigt: eine grossräumige Unterführung der Pfingstweidstrasse oder ein unterirdischer Zugang für die Gästefans. Doch diese wurden nicht geplant.

Der Verband habe den Stadtrat vor zwei Jahren schriftlich auf die Problematik aufmerksam gemacht, als dieser das Geschäft ausarbeitete, sagt Karlen. Die Stadtregierung habe in einem Brief geantwortet, die Lösung mit der Südkurve für die FCZ-Fans habe Priorität. «Wir teilten der Stadtregierung mit, wir würden bei der Volksabstimmung ein Nein zum Stadion empfehlen, wenn es für uns keine akzeptable Lösung gibt», sagt der Verbandspräsident. Die Drohung macht der Verband nun wahr. Man wolle den Stimmbürgern aufzeigen, welche Konsequenzen der Entscheid des Stadtrats habe.

Werner Karlen kritisiert, dass «unsere Leute mit dem neuen Stadion vermehrt Extradienst leisten müssen». Das bedeute für die Polizisten mehr Überzeit und eine grössere Belastung. Diese zusätzliche Beanspruchung wäre vom Verband aus gesehen nicht nötig – und damit auch nicht die Mehrkosten, die die Steuerzahler tragen müssen. «Ein neues Stadion müsste doch so geplant werden, dass der Sicherheitsaufwand geringer wird», sagt Karlen.

In der Abstimmungszeitung geht der Stadtrat auf die Sicherheit ein: Er sieht in seiner Lösung eine «klare Entflechtung» der unterschiedlichen Fangruppen. Der Zugang der Gästefans vom Bahnhof Altstetten via Aagauerstrasse in die Passerelle verhindere eine Mischung mit den Heimfans, schreibt er.

Erstellt: 30.08.2013, 07:56 Uhr

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