Polizisten sollen hoch zu Ross gegen Abfallsünder vorgehen

Die BDP will eine Tradition wieder aufleben lassen: die berittene Polizei.

Im Jahr 2000 noch Alltag: Zürcher Polizisten auf Pferden.

Im Jahr 2000 noch Alltag: Zürcher Polizisten auf Pferden. Bild: Keystone

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In den städtischen Seeanlagen sollen künftig Polizisten auf Rössern patrouillieren. Das fordert die BDP mittels einer Petition. Innerhalb zehn Tagen hat die Partei 1200 Unterschriften gesammelt, zusammengetragen wurden sie vor allem an der Gewerbemesse Züspa.

Die Reiterstaffel soll gemäss BDP in Parks und an «neuralgischen Punkten» auftreten und dadurch Littering, Sachbeschädigungen sowie Gewalt verhindern. Berittene Polizisten erreichten eine viel stärkere Präsenz als solche zu Fuss, sagt BDP-Vorstandsmitglied Wolfgang Kweitel. «Auf den Pferden sieht man sie von fast überall. Das hemmt Menschen, sich regelwidrig zu verhalten.» Zudem seien die Reiter bei Notfällen schneller vor Ort.

Die BDP beruft sich bei ihrer Forderung auf Hamburg. Die deutsche Grossstadt hat 2010 wieder acht Polizeipferde angeschafft – nach 35 Jahren Pause. Kürzlich hat die Stadt beschlossen, die Pferdestaffel weiterzuführen, da sie eine «deeskalierende Wirkung» entfalte. Die Reiter kommen in Parkanlagen und bei Menschenmengen zum Einsatz.

Eine halbe Million war zu viel

Auch in Zürich gehörten Polizisten hoch zu Ross lange zum Stadtbild. 2005 schaffte sie die Stadt nach 41 Jahren ab. Der Stadtrat bezeichnete die Einsätze zu Pferd zwar als effizient und wirksam. Eine professionelle berittene Staffel hätte aber knapp eine halbe Million Franken pro Jahr gekostet. Das war den Parteien zu viel. Als Einzige wollte die SVP an der Reitertruppe festhalten.

Die BDP verweist auf die günstigere Lösung in Hamburg. «Dieses Jahr belaufen sich die Kosten dort auf 133'000 Euro. Vielleicht ginge es auch in Zürich günstiger», sagt Kweitel. Die Staffel dürfe aber nicht über Kürzungen bei der Stadtpolizei bezahlt werden. Sie müsse zusätzliches Geld bekommen.

Bei der Stadtpolizei heisst es, dass sich die Frage momentan nicht stelle. In den Seeanlagen patrouillierten Polizisten bereits auf Velos und Rollerblades, dadurch seien sie genauso präsent wie mit Pferden. Politisch hat die BDP-Petition keine verpflichtende Wirkung. Die Partei ist auch nicht im Stadtparlament vertreten. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 03.10.2012, 08:21 Uhr

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