Prostituierten-Rekord auf dem Sihlquai

Am Sechseläuten-Wochenende wurden auf dem Zürcher Strassenstrich 80 Prostituierte gezählt. Der Höchststand des Vorjahres wurde damit bereits Mitte April erreicht.

Rekord vom Vorjahr egalisiert: Archivbild vom April 2010.

Rekord vom Vorjahr egalisiert: Archivbild vom April 2010. Bild: Keystone

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Am 8. April begann am Sihlquai der Sommer: Achtzig Frauen buhlten während des Sechseläuten-Wochenendes auf dem Strassenstrich um vorbeifahrende Freier. Diese Zahl stammt von einer zuverlässigen Quelle, die nicht genannt werden möchte. Am Wochenende zuvor, am 1. April, wurden knapp vierzig Prostituierte gezählt.

Damit stehen Mitte April bereits wieder so viele Prostituierte am Sihlquai wie zu Spitzenzeiten im Hochsommer 2010. Die schlagartige Zunahme kann nicht allein dem Wetter zugeschrieben werden. Bereits am Monatsanfang war es sonnig. Warme Temperaturen locken in der Regel mehr Frauen auf den Strassenstrich. Auch die Stadtpolizei hat festgestellt, dass in den letzten Wochen wieder mehr Prostituierte am Sihlquai anschaffen, wie Sprecher Marco Bisa bestätigt.

Strichplan weiterhin «im Frühling»

Im Industriequartier selbst ist der Rekordandrang am Sihlquai nicht unbemerkt geblieben. «Das letzte Wochenende war brutal», sagt Max Egger, Hausabwart und Anwohner am Sihlquai. Zurückgegangen sei die Zahl der Prostituierten seither nicht mehr. Vorgestern Abend hat Egger allein auf den 60 Metern vor seinem Schlafzimmerfenster 13 Frauen gezählt.

Beni Weder, Quartiervereinspräsident des angrenzenden Wipkingen, spricht von «Grosskampftagen» auf dem Strich. In seinem Quartier, das von Freiern immer wieder für Outdoor-Sex missbraucht wird, hat Weder in letzter Zeit häufig gebrauchte Kondome und anderen Unrat entdeckt.

Die Anwohner warten weiterhin gespannt auf die Präsentation des neuen Strichplans. Dieser soll – so die Hoffnung im Quartier – die Prostituierten vom Sihlquai verbannen. Das Polizeidepartement will den Strichplan «im Frühling» vorstellen.

Erstellt: 21.04.2011, 11:03 Uhr

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