Protest vor Ringier-Haus

Gegen 40 Demonstranten protestierten vor dem Ringier-Hauptsitz gegen einen Artikel der Gratiszeitung «Blick am Abend». Nicht nur die Demo ist unangenehm für das Pendlerblatt.

Aufruhr an der Dufour-Strasse: Demonstranten verbrennen Zeitungen vor dem Ringier-Haus.

Aufruhr an der Dufour-Strasse: Demonstranten verbrennen Zeitungen vor dem Ringier-Haus. Bild: Johannes Dietschi / Newspictures

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Vor dem Ringier-Hauptsitz im Zürcher Seefeld versammelte sich um 14.30 Uhr eine Gruppe von rund 40 Demonstranten, um gegen einen Artikel der Ringier-Zeitung «Blick am Abend» zu protestieren. Diese titelte am 30. November: «60 Prozent der Asylbewerber sind HIV-positiv». Die Demonstranten trugen ein Transparent mit der Parole «Mehr als 60 Prozent Rassisten beim ‹Blick›». Der Versuch, Zeitungen aus der Verteiler-Box vor dem Haus anzuzünden, scheiterte an der mässigen Brennbarkeit des Papiers.

Die Lage entspannte sich erst, als «Blick am Abend»-Chefredaktor Peter Röthlisberger vor das Haus trat, um mit den Demonstranten in Dialog zu treten. Im Gespräch vermochte er die Leute zu beruhigen und erklärte die Umstände, die zu der irreführenden und unwahren Schlagzeile geführt hatten. Im Namen seiner Redaktion entschuldigte er sich für den Fehler. Gegen 15.30 Uhr löste sich die Gruppe auf.

Von Rechtsradikalen zitiert

Die fragliche «Blick am Abend»-Schlagzeile stützte sich auf die Aussage, dass sich mehr als 60 Prozent der in der Schweiz diagnostizierten HIV-positiven aus der Subsahara stammenden Asylbewerber bereits im Herkunftsland mit HIV infiziert hätten. Die Schlussredaktion des Blattes kürzte dann diese Aussage für den Titel unglücklich.

«Blick am Abend» wurde für diesen Titel sogar jenseits der Landesgrenzen im von Journalisten gefürchteten Bildblog abgestraft unter dem Titel «100 Prozent der Überschrift sind falsch». Noch saurer dürfte dem «Blick am Abend» aufstossen, dass er mit seinem unglücklichen Titel bereits von der rechtsradikalen Szene auf verschiedenen Websites zitiert wird.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.12.2012, 17:36 Uhr

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