Radikaler Umbau des Zürcher Uniquartiers

Eine Video-Animation zeigt, was Regierungs- und Stadträte heute als Masterplan präsentierten. Klar ist: Hier soll etwas ganz Grosses entstehen.

Mehr Platz, mehr Grünflächen: Die verantwortlichen Behörden zeigen in ihrem Video, wie sie das Hochschulgebiet in Zürichs Zentrum umgestalten wollen.
Video: PD

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Das Universitätsspital, die Universität und die ETH Zürich wachsen kontinuierlich. Die bestehende Infrastruktur stösst an ihre Kapazitätsgrenzen. Deshalb wollen Stadt und Kanton Zürich das Hochschulgebiet dem veränderten Platzbedarf anpassen.

Um die planungs- und baurechtlichen Grundlagen für dieses Unterfangen zu legen, haben Regierungs- und Stadtrat sowie die drei betroffenen Institutionen einen Masterplan 2014 und zwei städtebauliche Vertiefungsstudien genehmigt. An einer gemeinsamen Medienkonferenz von heute Montagmorgen präsentierten Bildungsdirektorin Regine Aeppli, Baudirektor Markus Kägi, Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger sowie die beiden Zürcher Stadträte André Odermatt, Vorsteher des Hochbaudepartements, und Filippo Leutenegger, Vorsteher des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements, die Pläne für die Umgestaltung.

Vertiefungsstudien mit dreidimensionalen Darstellungen

Mit dem Masterplan 2014 sollen die heute genutzten Flächen im Hochschulgebiet um rund 40 Prozent erweitert werden können. Er bildet die Basis für die Anpassung des Richtplaneintrags zum Hochschulgebiet Zürich Zentrum und zeigt auf, wo Neubaubereiche und Nutzungsschwerpunkte für Lehre, Forschung und medizinische Versorgung möglich sind.

Ergänzend zum Masterplan wurden im ersten Halbjahr 2014 zwei Vertiefungsstudien ausgearbeitet, die das Raumangebot dreidimensional darstellen. Die Studien bilden wiederum die Grundlage für die Erarbeitung der Gestaltungspläne sowie für die künftigen Architekturwettbewerbe und garantieren die städtebauliche Verträglichkeit der Projekte.

«Gut aufgestellt» für das Generationenprojekt

Um die Vernetzung der involvierten Parteien zu illustrieren, wurde die Medienkonferenz multimedial gehalten. So wurde live zu Stadtpräsidentin Corine Mauch geschaltet, die sich gerade im Ausland befindet. Sie hob die Wichtigkeit dieses Generationenprojekts für den Standort Zürich hervor.

Regierungsrat Kägi wiederum lobte in seinem Referat die «ausgezeichnete» Zusammenarbeit zwischen Stadt und Kanton in diesem Projekt, für das man bereits jetzt «gut aufgestellt» sei. Die heute präsentierten Resultate wären ohne diese gute Kooperation nicht möglich gewesen.

Er zeigte die Bauten, die erneuert und städtebaulich neu gestaltet werden müssen. Die heutige Geschossfläche könne durch Verdichtung erweitert werden. Rund 187'000 zusätzliche Quadratmeter sollen so als Nutzfläche geschaffen werden. Hochbauvorsteher André Odermatt zog einen Vergleich: Das heutige Hauptgebäude der Universität hat eine Hauptnutzungsfläche von 21'000 Quadratmetern, somit würden neue Flächen im Umfang von neun zusätzlichen Universitätsgebäuden geschaffen.

Mehrere Aufstockungen sind dazu nötig, die jedoch das Bild der Altstadt nicht beeinträchtigen, wie eine Video-Animation demonstriert. Die Vertiefungsstudien haben zudem laut Odermatt ergeben, dass sich das geplante Raumprogramm erfüllen und quartierverträglich umsetzen lässt. Bestehende Bauten können mit den vorliegenden Plänen bewahrt werden.

Planauflage startet am 12. September

Die Umsetzung dieses Grossprojekts geschieht in Etappen und wird sich über einen Zeitraum von 30 Jahren erstrecken. Am 12. September 2014 beginnt die zweimonatige öffentliche Auflage und Anhörung für die Teilrevision des kantonalen Richtplans «Gebietsplanung Hochschulgebiet Zürich Zentrum». Gleichzeitig starte die Ausarbeitung eines Umweltverträglichkeitsberichts und der kantonalen Gestaltungspläne, teilt der Regierungsrat mit. Die Bereinigung der Gestaltungspläne und die Festsetzung durch den Baudirektor sind bis Ende Dezember 2015 geplant.

Erstellt: 08.09.2014, 10:31 Uhr

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