Randalierende FCB-Fans gefilmt

Letzigrund-Manager Peter Landolt schätzt den Sachschaden nach dem Spiel FCZ - FCB auf bis zu 200'000 Franken. Die Polizei kündigt eine «umfassende Spurensicherung» an.

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Am Morgen nach dem Duell um die Meisterschaft sind die Mitarbeiter des Letzigrund-Stadions mit Aufräumen und Reparieren beschäftigt. Für Sonntag ist das Derby GC-FCZ geplant. Die Toiletten im Gästesektor werden dann wohl geschlossen bleiben. Basel-Fans haben Spiegel zerstört und WC-Schüsseln rausgerissen. Drei Wurststände wurden geplündert, Drehkreuze demoliert, Sitze herausgerissen und herumgeworfen.

Nachdem er heute Donnerstagmorgen eine erste Bilanz gezogen hat, beziffert Stadionmanager Peter Landolt den Sachschaden auf bis zu 200'000 Franken. Auch Personen kamen zu Schaden: Die Agentur SDA berichtet von zehn Verletzten, darunter seien auch private Sicherheitskräfte, welche die Randalierer aufhalten wollten.

Rucksack mit Pyros

Eskaliert ist die Situation für einmal nicht nach, sondern vor dem Spiel. Kurz vor 20 Uhr kam es im Gästesektor zu einem Gerangel. Laut Peter Landolt hatten Basler Fans von aussen einen Rucksack mit Feuerwerkskörpern über den Zaun ins Stadion hinein zu ihren Komplizen geworfen. Damit wollten sie die Sicherheitskontrollen umgehen. Als die Sicherheitsleute im Stadion den Rucksack ergriffen, wurden sie von den Basler Fans angegriffen.

Die Sicherheitsleute und die Stewards am Drehkreuz wurden überrumpelt und mussten sich zurückziehen. Der Eingangsbereich sowie die angrenzenden Notausgangstore blieben rund eine Viertelstunde unbewacht offen. Einige Hundert Besucher konnten unkontrolliert ins Stadion ziehen. Eine solche Stürmung des Eingangs hat es im Letzigrund bisher noch nie gegeben.

Die Polizei, welche die Baslerstrasse von beiden Seiten mit Gitterwagen und Wasserwerfern absicherte, rückte vor und wurde von den Fans im Stadion mit Bierflaschen und Einrichtungsgegenständen beworfen. Die Polizei antwortete mit einigen kurzen Wasserwerfereinsätzen und Tränengasspray, zog sich aber wieder zurück, damit die angeheizte Situation im Stadion nicht noch weiter eskalierte.

Polizei sichert Spuren

Die Chancen stehen gut, dass sich die Randalierer vor der Justiz verantworten müssen. Stadionmanager Landolt sagt, dass viel Videomaterial mit belastendem Inhalt vorhanden ist. «Die Randalierer werden noch von uns hören.»

Laut Stapo-Mediensprecher Marco Bisa beginnt die Polizei im Laufe des Tages mit einer «umfassenden Spurensicherung». Die Stadionbetreiber hätten bereits Anzeige eingereicht.

Erstellt: 12.05.2011, 11:36 Uhr

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