Keine Reue

Raser Amir B. muss die Schweiz verlassen

Das Migrationsamt hat dem mehrfach vorbestraften Raser Amir B. aus Schlieren die Niederlassungsbewilligung entzogen.

«Strafresistent»: Amir B., prahlte vor Jahren noch im Fernsehen damit, ihn könne niemand zwingen, nicht zu rasen. (Bild: Archiv)

«Strafresistent»: Amir B., prahlte vor Jahren noch im Fernsehen damit, ihn könne niemand zwingen, nicht zu rasen. (Bild: Archiv) Bild: Doris Fanconi

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Der 29-jährige Familienvater war in der Vergangenheit schon unzählige Male vor Gericht gestanden. Das letzte Mal am 15. Dezember 2011 vor dem Bezirksgericht Hinwil, das ihn zu einer Freiheitsstrafe von insgesamt 46 Monaten wegen Diebstahls, Hehlerei und Fahrens ohne Führerschein verurteilte. Das Gericht ging dabei über den Antrag des Staatsanwaltes hinaus.

Nun hat das Zürcher Migrationsamt dem Serben albanischer Herkunft die C-Bewilligung (Niederlassungsbewilligung) entzogen, wie die Zeitung «Sonntag» gestern berichtete. Die Behörden hätten sich auf das «Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung» berufen, wird der Verteidiger des Mannes zitiert.

Den Entzug der Niederlassungsbewilligung hat das kantonale Migrationsamt mit rechtskräftigen Verurteilungen in der Vergangenheit begründet. Das jüngste Urteil vom 15. Dezember 2011 ist noch nicht rechtskräftig.

Bleibt die Familie hier?

Wann der Serbe die Schweiz verlassen muss, ist noch nicht bekannt. Sein Verteidiger will alle rechtlichen Mittel ausschöpfen. Ob der gelernte Gipser seine Ehefrau und die beiden Kinder in seine Heimat mitnehmen wird, ist offen. Amir B. ist Vater von zwei sechs- und siebenjährigen Knaben. Seine Frau ist Teilzeitverkäufern, die Familie wohnt im Haus des Vaters in Schlieren.

Amir B. war mit einem TV-Auftritt in der «Rundschau» 2004 landesweit bekannt geworden, als er mit seiner Raserei prahlte und Sprüche sagte wie «Ich bin halt ein Psychopath. Ich baue lieber einen Unfall, als dass ich ein Rennen verliere». Oder: «Mich kann niemand zwingen, nicht zu rasen.»

Über 30 Delikte in zehn Jahren

Doch der aus dem Kosovo stammende Mann hatte sich nicht nur wegen Strassenverkehrsdelikten verantworten müssen, er war auch wegen bandenmässiger Diebstähle und weiterer Delikte verurteilt worden. In den letzten zehn Jahren stand Amir B. wegen über 30 Straftaten vor den Richtern. Der Vorsitzende sagte an der jüngsten Verhandlung, dass der Beschuldigte vollkommen «strafresistent» sei und weder Einsicht noch Reue zeige. Amir B. verstrickte sich an der Verhandlung in Widersprüche und Lügen.

Erstellt: 07.05.2012, 07:47 Uhr

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