Reaktionen: «Die Leute glauben, sie bekämen ein Stadion»

Jacqueline Badran twittert, Corine Mauch fordert, GC zelebriert: die Reaktionen zur Stadionabstimmung.

«Ich erwarte, dass die SP ihre Initiative zurückzieht»: Stadtpräsidentin Corine Mauch über den Abstimmungskampf, das Ja zum Stadion und Stolpersteine. Video: Tamedia

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Kaum stand das Ja zum Stadion fest, meldete sich die grösste Gegnerin des Ensemble-Projekts, SP-Nationalrätin Jacqueline Badran, auf Twitter. Sie schreibt: «Was für ein Pyrrhussieg. Die Leute glauben, sie bekämen ein Stadion, und werden viele Jahre warten müssen, wenn überhaupt (Gestaltungsplan, Baubewilligung).» Und weiter: «Es gibt Momente, in denen man in der Zukunft nicht recht bekommen möchte.» Sie nimmt damit ein Argument auf, das die SP im Abstimmungskampf immer wieder wiederholte: Diese Stadionprojekt würde von Baurekursen lange verzögert, oder es scheitere sogar vor Bundesgericht. Schuld daran seien die 137 Meter hohen Wohntürme.

Doch die Argumente der SP griffen nicht. «Uns ist es nicht gelungen, rüberzubringen, dass wir ebenfalls ein Stadion wollen», sagt SP-Co-Präsidentin Liv Mahrer. Viele Leute hätten gemeint, dass die SP gegen ein Fussballstadion sei. Dabei stimme das Gegenteil. Die SP habe zu allen bisherigen Stadionvorlagen Ja gesagt, ihr sei es nur um die Finanzierung gegangen. Beim klaren Ja handle es sich um ein Ja zum Fussball. «Die Wohnungsfrage spielte im Abstimmungskampf leider kaum eine Rolle», sagt Mahrer.

Stadtpräsidentin und SP-Parteikollegin Corine Mauch appellierte an der Pressekonferenz an ihre Partei und direkt an Jacqueline Badran. Sie hoffe, dass die SP den Entscheid der Stimmbürger respektiere und sie nun ihre erfolgreich eingereichte Stadioninitiative zurückziehen werde.

Severin Pflüger (FDP): «Die Gegner wollten eine schrille Politik machen.»

Der Präsident der Stadtzürcher FDP, Severin Pflüger, freut sich über das Ja. Er sagt, dieses sei von den Gegnern selbst verschuldet: «Die Gegner haben eine schrille, ideologisierte Politik durchgeführt. Sie haben überbordet und so einen möglichen Sieg aus der Hand gegeben.» Er spielt darauf an, dass das Projekt von Beginn weg viele Feinde hatte. Stichwort: Hooliganismus, Schattenwurf.

Markus Knauss (Grüne): «Dieses Projekt ist eine absolute Katastrophe.»

Aber auch die Brachebefürworter lehnten das Projekt ab. Markus Knauss, Gemeinderat der Grünen, ist enttäuscht. Es sei ihnen nicht gelungen, zu vermitteln, dass das Projekt städtebaulich eine Katastrophe sei. Für ihn ist das Ja vor allem ein Ja zum Stadion, nicht zu den Hochhäusern. «Es war bezeichnend, dass die Wohnhochhäuser auf den Plakaten des Ja-Lagers mit einem schwarzen Button verdeckt waren», sagt er.

Und über dieses neue Stadion freut sich eine Gruppe ganz besonders: die GC-Fans. Ihre Mannschaft spielte am Sonntagnachmittag gegen St. Gallen im Letzigrund. Als sie vom Resultat erfahren, feiern sie dieses ausgiebig vor dem Stadion. Im Stadion zünden sie Pyros und rollen ein Transparent aus: «Ändlich zrugg id Heimat – Hardturm».

Video: GC-Fans feiern Abstimmung im Letzigrund

Für einen Moment wird das Spiel gegen St. Gallen zur Nebensache. Video: Tamedia

(sip)

Erstellt: 25.11.2018, 18:44 Uhr

Genugtuung beim FCZ und GC

Der FC Zürich und die Grasshoppers sollen doch noch ein reines Fussballstadion erhalten. Die Freude bei den Klubexponenten ist entsprechend gross. «Ich bin unglaublich glücklich über den Ausgang der Abstimmung», sagte GC-CEO Manuel Huber im Interview mit Teleclub. Letztlich habe sich der sachliche Abstimmungskampf der Befürworter ausgezahlt. Dank dem Ja habe GC wieder eine Perspektive bekommen. Ob es für den in den letzten Jahren arg gebeutelten Rekordmeister bei einem Nein zum Stadionneubau mittelfristig eine Zukunft in der Super League gegeben hätte, ist zumindest fraglich.

Erleichterung machte sich auch beim zurzeit besser aufgestellten FCZ breit: «Dieses Ja zu einem Fussballstadion eröffnet uns endlich die lange erhofften Zukunftsperspektiven», sagte Präsident Ancillo Canepa. Beim Projekt, das ein Stadion mit 18'000 Plätzen vorsieht, gebe es «nur Gewinner» und «keine Verlierer». Von einem echten Fussballstadion auf dem Hardturm profitierten Zürichs Spitzen- und Nachwuchsfussball.

Zustimmung bekam Canepa von GC-Präsident Stephan Anliker. «Das künftige Stadion bietet uns Klubs mit mehreren hundert Mitarbeitenden wirtschaftlich neue Möglichkeiten, die für eine nachhaltige unternehmerische Zukunft und damit für den Spitzen- als auch den Nachwuchssport entscheidend sind.» Unisono erklärten die Klubexponenten, dass das Projekt nun hoffentlich zeitnah umgesetzt werden könne.(sda)

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