Reges Liebesleben im Zürcher Zoo

Das Galapagos-Schildkrötenpaar Nigrita und Jumbo ist sehr fleissig: Die beiden haben schon 101 Jungtieren das Leben geschenkt. Ende April ist der jüngste Nachwuchs geschlüpft.

Süss und noch so klein: Die geschlüpften jungen Galapagos-Riesenschildkröten.

Süss und noch so klein: Die geschlüpften jungen Galapagos-Riesenschildkröten. Bild: Samuel Schalch

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Eine Zeitlang kam auch das Zoopersonal ins Schwitzen, wenn es ums Zählen des Nachwuchses bei den Galapagos-Riesenschildkröten ging. «Ich erinnere mich an Zeiten, da hiess es nicht ganz hundert, fast hundert, nun sind es aber eindeutig mehr als hundert», sagte Zoo-Kurator Robert Zingg heute vor den Medien.

Video vom Schlupf einer jungen Galapagos-Riesenschildkröte im Zoo Zürich. (Video: Tamedia/Zoo Zürich)

Zwischen Anfang Februar und Ende April sind im Zürcher Zoo neun Galapagos-Schildkröten geschlüpft, darunter das 100. und 101. Jungtier. Die Eltern der beiden sind Nigrita und Jumbo und sie gehören trotz ihres Alters – er 61, sie 82 – noch lange nicht zum «alten Eisen». Die beiden leben seit den 1980er-Jahren zusammen im Zoo und haben sich in dieser Zeit 101-mal fortgepflanzt. «Beide sind im besten Schildkrötenalter», sagt Zingg, «und wir erhoffen uns von ihnen noch viel Nachwuchs.»

Eiablageplatz mit Kamera überwacht

Im Schildkrötenhaus ist ein Bereich als Eiablagestelle mit speziellem Substrat ausgestattet. Hier gräbt Nigrita mit ihren Hinterbeinen eine Grube aus. In diese lässt sie anschliessend ihre Eier fallen. Ist das Gelege vollständig – das können 4 bis 17 Eier sein –, benetzt sie die Eier mit «Wasser» aus der Kloake und schüttet die Eigrube wieder zu. Dabei verwischt sie die Spuren so sorgfältig, dass der Eiablageplatz nicht mehr erkennbar ist.

Um Verluste beim Ausgraben der Eier zu minimieren, überwacht der Zoo den Eiablageplatz mit einer Kamera. Die Tierpfleger graben die gelegten Eier dann aus und legen sie im Inkubator ein. Die Eier sind fast ganz rund und haben einen Durchmesser von etwa 45 bis 65 Millimeter. Das Gewicht beträgt 100 bis 160 Gramm. Je nach Inkubationstemperatur dauert die Entwicklung etwa 110 bis 160 Tage.

Einziger Zoo mit Zuchterfolg

Im Zoo erhalten die jungen Schildkröten nur «magere» Kost aus Heu, trockenen Blättern und Kräutern, damit sie nicht zu schnell wachsen und keine Probleme im Skelett- und Panzerwachstum entstehen. «Die Schildkröten sind äusserst effizient in der Verwertung ihrer Nahrung. Selbst mit dieser Diät wachsen sie immer noch schneller als die Jungtiere auf den Galapagos-Inseln», sagte Zingg.

Gemäss Zoodirektor Alex Rübel ist der Zürcher Zoo bisher die einzige europäische zoologische Institution, die Galapagos-Riesenschildkröten züchten konnte. «In Zürich geschlüpfte Jungtiere leben über Europa verteilt in verschiedenen Institutionen», sagte er. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 16.05.2018, 17:45 Uhr

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