Regierungsrat Graf startet seinen Wahlkampf

Der grüne Regierungsrat Martin Graf bekommt bürgerliche Unterstützung.

Martin Graf geht in Position für weitere vier Jahre im Zürcher Regierungsrat: Unterstützung gibt es auch vom ehemaligen FDP-Kantonsrat Thomas Isler. Foto: Steffen Schmidt / Keystone

Martin Graf geht in Position für weitere vier Jahre im Zürcher Regierungsrat: Unterstützung gibt es auch vom ehemaligen FDP-Kantonsrat Thomas Isler. Foto: Steffen Schmidt / Keystone

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Martin Graf will für vier weitere Jahre in den Regierungsrat – und zwar wenn möglich als Vorsteher der Direktion der Justiz und des Innern. Ihm gefalle das Amt, viele Projekte bräuchten länger als eine Amtsdauer, da müsse man dranbleiben, liess er gestern an der Medienkonferenz seines überpartei­lichen Wahlkomitees verlauten. Ein Ziel für die Zukunft sei, den Zusammenhalt der Gesellschaft zu stärken.

Mit Thomas Isler, dem ehemaligen FDP-Kantonsrat und Präsidenten der Zürcher Arbeitgeberverbände, erhält Graf für seine Kandidatur auch Unterstützung von bürgerlicher Seite. Isler begründet die Wahlempfehlung mit Grafs Leistungen für die Zürcher Wirtschaft und seinem Einstehen für ein kantonales Integrationsprogramm. Weiter sicherten SP-Nationalrat Thomas Hard­egger, AL-Kantonsrätin Judith Stofer und Monika Schmid, Leiterin der katholischen Gemeinde, ihre Unterstützung zu. Sie betonten vor allem Grafs Pragmatismus, seine Erfahrungen in der Exekutive und Volks- und Gemeindenähe. Graf selber bezeichnet seine erste Amtszeit als «spannend», aber teilweise «turbulent».

Fehler beim Fall «Carlos»

Eine Turbulenz war sicher der Fall «Carlos». Dort habe er den grössten Fehler seiner Regierungsperiode begangen. «Ich hätte früher vor die Medien treten sollen», sagte er. Der Fall «Carlos» werde seine Wahlchancen beeinflussen, ob positiv oder negativ, könne er nicht sagen. «Es gibt Leute die durch den Fall Mühe mit mir bekommen haben, aber es gibt auch ganz andere und wieder welche, die mich jetzt kennen», sagte Graf und erntete dafür ein Schmunzeln der Anwesenden. Zur Sprache kam ein weiteres turbulentes Thema: die Kinder und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb). Graf bezeichnete die Umsetzung des Bundesrechts im Kanton als Erfolg, sieht aber Verbesserungspotenzial. Es brauche punktuelle Verbesserungen wie ein Informa­tionsrecht für die Gemeinden. Eine Verfahrensbeteiligung schliesst er aus. «Das wäre ein Rückfall ins alte System.»

Im Rückblick auf seine Amtszeit zeigte sich Graf zufrieden und unterstrich, dass die meisten Volksabstimmungen in seinem Zuständigkeitsbereich in seinem Sinne ausgingen.

Erstellt: 26.01.2015, 20:41 Uhr

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