Sanierung der Hardbrücke verursacht Stau in der halben Stadt

Seit die Hardbrücke erneuert wird, ist der Verkehr an der Rosengartenstrasse um ein Drittel zurückgegangen. Dafür hat er auf vier wichtigen Verkehrsachsen stark zugenommen.

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Fast 70'000 Fahrzeuge fuhren 2008 täglich über die Rosengartenstrasse. Ende 2009 waren es noch lediglich 43'000. Was war geschehen? Rund 10 Prozent Reduktion brachte die Eröffnung der Westumfahrung im April 2009. Den Rest besorgte die Hardbrückensanierung, die im August darauf begann und noch bis Ende nächsten Jahres dauert. Die Zahlen beruhen auf Messungen des städtischen Tiefbauamts und wurden vor wenigen Wochen veröffentlicht. In der Broschüre «Mobilität in Zahlen 2010» ist zudem nachzulesen, welche Routen die Autofahrer als Alternative zur Rosengarten befahren.

Die grossen Staus bleiben aus

An vier Punkten hat die Stadt seit Mitte 2009 deutlich mehr Verkehr gemessen. Am meisten musste die Europabrücke schlucken, gefolgt vom Milchbucktunnel, der Kornhaus- und der Walchebrücke. 60 Prozent der Autofahrer, die nun die Rosengartenstrasse meiden, verteilen sich über diese Routen. Eine Spure wurden am Rosengarten und zwei auf der Hardbrücke gesperrt. Wer trotzdem die alte Route nimmt, bleibt nicht öfters als früher im Verkehr stecken. «Im Moment läuft der Verkehr auf der Rosengartenstrasse nicht schlecht», sagt Andy Fellmann, Leiter Verkehrsplanung des Tiefbauamts.

Auf den Ausweichrouten sehe es hingegen anders aus. «Der Verkehrsfluss ist instabiler geworden», erklärt Fellmann. Der Öffentliche Verkehr sei dort öfter im Stau, die Fahrzeiten verlängern sich. Man überlege sich nun Massnahmen für die betroffenen Wege.

Sprechen die Zahlen für das Rosengartentram?

Am 28. November stimmt die Stadt über die Volksinitiative Rosengartentram ab. Aus Sicht der Initianten bestätigen die Zahlen der Stadt, dass es keinen Waidhaldetunnel braucht. «An diesen Zahlen sieht man, die Entlastung des Quartiers und der Umwelt durch das Rosengartentrams ist möglich und längst überfällig», sagt Ueli Keller von Initiativkomitee gegenüber Tagesanzeiger.ch.

Anders sieht das Andy Fellmann vom Tiefbauamt. Der Verkehr müsste viel stärker, also um rund 50 Prozent reduziert werden, damit Zugänge zu einer Tramhaltestelle an der Rosengartenstrasse ermöglicht werden könnten. «Wir bleiben lieber pragmatisch und setzen auf zwei Fusgängerstreifen und die Bevorzugung des Buses», sagt Fellmann. Zudem wolle man den Ausbau des Nordrings 2015 abwarten und dann die Veränderung des Verkehrs beobachten.

Das Tram bleibt trotz allem in der langfristigen Planung der Stadt vorgesehen. Wichtig ist für sie in erster Linie, wie der Kanton auf den Ausgang der Abstimmung reagiert. Schliesslich hat er das letzte Wort bei der Rosengartenstrasse.

Erstellt: 08.11.2010, 15:50 Uhr

Verkehr Rosengartenstrasse

Verkehr Rosengartenstrasse


Fahrzeuge pro Tag

Quelle: Tiefbauamt Stadt Zürich

Ausweichrouten

Ausweichrouten


Fahrzeuge pro Tag

Quelle: Tiefbauamt Stadt Zürich

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