Schulhäuser werden mit Kameras überwacht

Im Kampf gegen Vandalismus setzt die Stadt auf Kameras. 13 Schulhäuser werden künftig nachts und an den Wochenenden elektronisch überwacht.

Kameras mit Blick auf den Pausenplatz: Das neue Schulhaus Albisriederplatz hat gleich 20.

Kameras mit Blick auf den Pausenplatz: Das neue Schulhaus Albisriederplatz hat gleich 20. Bild: Doris Fanconi

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Schäden von mehreren 100'000 Franken verursachen Nachtbuben jedes Jahr an den städtischen Schulhäusern. Bisheriger Tiefpunkt: der Brandanschlag auf einen Pavillon der Schulanlage Aegerten in Wiedikon im Juli 2010, der einen Schaden von zwei Millionen Franken anrichtete. Solchem Tun will der Stadtrat ein Ende bereiten mit einer Videoüberwachung der am stärksten betroffenen Schulhäuser.

Ein Reglement für die Videoüberwachung ist bereits in Kraft; im letzten Dezember begann ein Versuchsbetrieb an drei Schulhäusern mit unterschiedlicher Bauweise: Milchbuck (19 Kameras), Rebhügel/Wiedikon (22) und der Glasneubau Albisriederplatz (20). Nach Auskunft von Marc Huber, dem Sprecher der Immobilienbewirtschaftung (Immo), wurden dort seither keine nennenswerten Vandalenakte mehr festgestellt.

Auswirkungen sind unklar

Jetzt will die Stadt die Videoüberwachung definitiv einführen. Sie hat die Beschaffung von Videoanlagen öffentlich ausgeschrieben; ab Februar 2012 muss der Anbieter liefern können. Dreizehn Schulanlagen sollen nach Auskunft von Marc Huber ausgerüstet werden mit durchschnittlich zwei Dutzend Kameras. Welche es sind, ist noch nicht festgelegt, da die einzelnen Schulhäuser mal mehr und mal weniger betroffen sind. Ende 2012 will die Stadt die Erfahrungen auswerten und über weitere Überwachungsanlagen entscheiden.

Die gesuchten Anbieter müssen nicht nur die 13 Anlagen für 2012 offerieren, sondern auch Nachlieferungen bis 2019. Ziel sei nicht, alle 122 städtischen Schulanlagen mit Kameras auszurüsten, sagt Huber, sondern nur so viele wie nötig. Erst die Erfahrungen des nächsten Jahres werden zeigen, ob die Videoüberwachung die Vandalen bewegt, ihre Sprayereien, Brandstiftungen und Fensterbrüche an anderen Schulhäusern durchzuführen, oder ob sie von den Kameras generell abgeschreckt werden. Erfahrungen in anderen Gemeinden der Schweiz zeigen, dass die Videokameras die mutwillig angerichteten Schäden um bis zu 90 Prozent verringern.

Das Reglement für die Videoüberwachung von Schulhäusern schreibt vor, dass nur die Fassaden und Eingänge überwacht werden dürfen und das nur ausserhalb des Schulbetriebs – also nachts und tagsüber nur an Wochenenden und in den Ferien. Die Aufzeichnungen werden nach sieben Tagen automatisch gelöscht. Die Aufzeichnungsgeräte müssen sich in einem geschlossenen Raum befinden, zu dem das Schulpersonal keinen Zutritt hat. Die Aufzeichnungen dürfen von der Immo nur angeschaut werden, wenn eine Strafanzeige vorliegt. Und die Freigabe zur Auswertung muss überdies eigens von der Direktorin der städtischen Immobilien-Bewirtschaftung bewilligt werden.

Erstellt: 26.09.2011, 07:20 Uhr

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