So werden die Labitzke-Besetzer bestraft

Hausfriedensbruch, Nötigung sowie Gewalt und Drohung gegen Beamte: Die Besetzung des Zürcher Labitzke-Areals hat für mehr als 20 Personen ein juristisches Nachspiel.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Staatsanwaltschaft Zürich hat 21 Personen im Zusammenhang mit dem bis letzte Woche besetzten Labitzke-Areal zu bedingten Geldstrafen und Bussen verurteilt, wie es auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda hiess. Alle sind aber wieder auf freiem Fuss. Vier Besetzer wurden wegen Hausfriedensbruch verurteilt. Bei fünf weiteren kam zum Straftatbestand Hausfriedensbruch auch noch Gewalt und Drohung gegen Beamte dazu. In einem Fall wurde noch nicht entschieden. Diese zehn Besetzer widersetzten sich am vergangenen Donnerstag der Räumung des Fabrik-Areals.

Weitere zwölf Strafbefehle gab es gegen jene Besetzer, die am Dienstag vor der Räumung die Hohlstrasse blockiert hatten. Sie wurden wegen Nötigung und Teilnahme an einer unbewilligten Demonstration verurteilt. Gegen drei weitere Blockade-Teilnehmer ist bereits in anderen Kantonen ein Verfahren hängig, weshalb diese dorthin weitergeleitet wurden.

Zwischen 150 und 180 Tagessätze

Gemäss dem zuständigen Staatsanwalt betragen alle bedingten Geldstrafen zwischen 150 und 180 Tagessätze, wobei sich die Höhe des einzelnen Tagessatzes nach dem Wohlstand der Verurteilten richtet.

Die meisten Verurteilten sind Schweizer aus dem Kanton Zürich. Einige wenige kamen aus umliegenden Kantonen auf das besetzte Areal. Vereinzelte haben offiziell keinen festen Wohnsitz.

Mobimo muss Abfallentsorgung selber bezahlen

Auf dem einst besetzten Areal waren am Montag immer noch die Aufräumarbeiten im Gang. Die Immobilienfirma Mobimo, die das Gelände überbauen will, rechnet mit Abfall-Entsorgungskosten von rund 150'000 Franken, wie es dort auf Anfrage hiess.

Bezahlen muss die Entsorgung die Mobimo selber. Weil der Abfallberg auf privatem Areal liegt, ist der Staat nicht zuständig. (thu/sda)

Erstellt: 11.08.2014, 18:35 Uhr

Artikel zum Thema

Labitzke-Demonstration abgewürgt

Knapp hundert Personen sind einem Aufruf gefolgt, auf dem Zürcher Limmatplatz gegen das Ende der Besetzung des Areals zu protestieren. Doch die Polizei liess das nicht zu. Mehr...

Besetzen, nicht besitzen

Analyse Die Besetzer des Labitzke-Areals verstehen ihre Rolle falsch. Immer wieder. Mehr...

«Meine Söhne sind volljährig, ich amte als Stadtrat»

Interview Polizeivorsteher Richard Wolff musste das Labitzke-Areal räumen. Er spricht über die Anliegen der Besetzer und wie er dazu steht, dass sich vermutlich einer seiner Söhne im Areal aufhielt. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Kommentare

Die Welt in Bildern

Feuerschweif: Eine Spezialeinheit demonstriert am Indian Navy Day in Mumbai ihr Können. (4. Dezember 2019)
(Bild: Francis Mascarenhas) Mehr...