Spitalpark: «Wir waren zu 100 Prozent überzeugt»

Das Baurekursgericht hat die Stadt Zürich zurückgepfiffen. Sie muss den Ersatzbau im Park des Unispitals bewilligen. Urs Spinner vom städtischen Hochbaudepartement lässt offen, ob die Stadt das Urteil weiterziehen wird.

«Politisch wäre ein Durchwinken des Baus einfacher gewesen»: Urs Spinner, Sekretär des städtischen Hochbaudepartements.

«Politisch wäre ein Durchwinken des Baus einfacher gewesen»: Urs Spinner, Sekretär des städtischen Hochbaudepartements. Bild: PD

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Das Baurekursgericht hat dem Kanton auf der ganzen Linie recht gegeben. War die Nichtbewilligung des Modulbaus also doch – wie Kritiker behaupteten – eine Retourkutsche, weil der Kanton das Herzzentrum ohne Stadt eröffnet hat?
Auf keinen Fall. Das wäre auch nicht sehr intelligent gewesen. Die Bausektion des Stadtrats war zu 100 Prozent überzeugt, dass der Modulbau nicht bewilligungsfähig ist. Politisch wäre ein Durchwinken des Baus einfacher gewesen.

Das konnte man aus den Reaktionen im Kantonsrat herauslesen. Parlamentarier sprachen davon, dass dem Stadtrat ein paar Bäume wichtiger seien als die vielen Spitalpatienten. Der Druck auf das Gericht war also riesig. War dieser Entscheid politisch?
Nein. Das Gericht ist in der entscheidenden Frage, der Standortgebundenheit, einfach zu einem anderen Schluss gekommen. Es ist der Argumentation des Unispitals gefolgt.

Genau in diesem Punkt ist die Bausektion arg gerüffelt worden. Sie reisse Aussagen «sinnentstellend aus dem Zusammenhang» und stütze sich auf ein Arbeitspapier, das nicht Teil der Gesuchs war.
Die Stadt hat dies nicht als Rüffel verstanden. Sie hat im Verfahren Argumente aufzuzeigen versucht, dass ihrer Meinung nach der Standort nicht gottgegeben ist. Das Gericht ist anderer Meinung.

Zudem wird der Stadt vorgeworfen, ihre Kompetenzen zu überschreiten. So sei der Kanton, und nicht die Stadt, für den Denkmalschutz des Spitalparks zuständig.
Dies haben wir zu Kenntnis genommen.

Auch schummle die Stadt bei den Prozentzahlen der beeinträchtigten Parkfläche. «Grüne Lunge» des Quartiers sei völlig übertrieben.
Über Zahlen lässt sich streiten. Wir wollen aber nicht streiten, sondern mit Kanton und Uni-Spital in die Zukunft blicken.

Wird die Stadt den Entscheid vor Verwaltungsgericht ziehen?
Das wird die Stadt sorgfältig prüfen.

Ein Weiterzug würde das zeitlich enge, 2,8 Milliarden schwere Um- und Neubauprojekt des Unispitals zumindest verzögern. Kann sich die Stadt einen Weiterzug politisch überhaupt leisten?
Das ist keine Frage der Politik, sondern eine Frage des Rechts.

Oder überlässt sie den Schwarzen Peter dem Heimatschutz?
Nein.

Wie ist das Vernehmen mit dem Kanton? Herrscht weiterhin Eiszeit?
Es war nie Eiszeit. Gerade im Bereich des Hochschulgebiets arbeiten Stadt und Kanton konstruktiv und eng zusammen und schauen nach vorn. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 17.07.2014, 07:40 Uhr

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