Stadt Zürich vergibt Millionenauftrag für «Hotel Suff» – ohne Ausschreibung

Betrunkene, die in der Ausnüchterungsstelle (ZAS) in Zürich ihren Rausch ausschlafen, werden auch künftig von der privaten Klotener Sicherheitsfirma Custodio betreut.

Betrunkenen-Betreuung weiter in Hand einer privaten Firma: Zellentrakt des «Hotel Suff».

Betrunkenen-Betreuung weiter in Hand einer privaten Firma: Zellentrakt des «Hotel Suff». Bild: Steffen Schmidt/Keystone

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Die Custodio-Mitarbeitenden bringen die Betrunkenen in die Ausnüchterungszellen, kontrollieren sie, nehmen die Personalien auf und führen Buch über die Ein- und Austritte. Gemäss Angaben der Stadt Zürich ist es günstiger, ein privates Unternehmen für solche Hilfsdienste anzustellen statt Polizisten.

Die Hilfstätigkeiten werden auch in Zukunft von Custodio übernommen – zumindest noch bis zum Ende des Versuchsbetriebs Ende März 2015. Ein Sprecher des Polizeidepartementes bestätigte eine entsprechende Meldung in der NZZ von heute Freitag. Custodio erhält für das Mandat 1,1 Millionen Franken.

Ausgeschrieben wurde der Auftrag nicht. In der ersten Ausschreibung sei vermerkt gewesen, dass ein Nachfolgeauftrag möglich sei, sagte der Sprecher weiter. Eine öffentliche Vergabe sei deshalb nicht notwendig gewesen. Bei einer definitiven Einführung der ZAS könnten sich dann aber auch andere Unternehmen bewerben.

Rund 600 Betrunkene pro Jahr

Seit Anfang Jahr ist das «Hotel Suff» jeden Tag geöffnet, damit keine Betrunkenen mehr auf Regionalwachen ausgenüchtert werden müssen. In den ersten zwei Betriebsjahren wurden pro Jahr rund 600 Personen betreut.

Bis 2015 wird die Ausnüchterungsstelle noch als Pilotbetrieb geführt. Dann soll die ZAS zur Zürcher Ausnüchterungs- und Betreuungsstelle (ZAB) werden. Allerdings dürfte es dann neue Räumlichkeiten brauchen, weil der Platz in der Polizeiwache Urania nicht für einen definitiven Betrieb ausreicht. (jcu/sda)

Erstellt: 26.07.2013, 11:18 Uhr

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