Star-Koch Lindner verlässt Zürcher Sonnenberg bereits wieder

Er kochte sich «in die Herzen der Gäste», so die Betreiber. Trotzdem ist jetzt Schluss. Warum?

Marcus G. Lindner im Sonnenberg – nun kommt es zur Trennung.

Marcus G. Lindner im Sonnenberg – nun kommt es zur Trennung. Bild: Urs Jaudas

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Auf seiner Website wirbt das Restaurant Sonnenberg mit einem Grillabend im August. Spitzenkoch Markus G. Lindner wird damit nichts mehr zu tun haben.

Wie heute mitgeteilt wurde, verlässt der Österreicher nach nur einem guten Jahr das Ausflugsrestaurant schon per 9. Juni. Und zwar deshalb, weil er sich mit dem neuen Konzept, das die Gastronomie Freddy Burger Management umsetzen will, nicht mehr identifizieren kann. Das Lokal hat die Stadt im Baurecht an die Fifa abgegeben, diese hat es ihrerseits an die Burger-Gruppe vermietet. «Ich habe eine ganz klare Vorstellung von meiner Küche, und diese lässt sich mit dem neuen Konzept leider nicht mehr vereinen», sagte Lindner auf Anfrage. Der gebürtige Vorarlberger zählt zu den besten Köchen Zürichs. Er strebt – in seinen eigenen Worten – eine «zeitgemässe, ehrliche Küche» an, welche «Tradition und Moderne» verbindet. 2006 bis 2012 war Lindner Chef im Restaurant Mesa, wo er sich zwei Michelin-Sterne und 18 GaultMillau-Punkte erkochte. Davor und danach arbeitete er in Gstaad, wo er unter anderem die kulinarische Leitung im «The Alpina» innehatte. Seine Rückkehr nach Zürich auf den Sonnenberg – als Nachfolger von Jacky Donatz – wurde letzten Herbst mit 17 GaultMillau-Punkten geadelt.

Was Lindner in Zukunft machen wird, weiss er noch nicht.

Auch für Familien erschwinglich

Die Freddy Burger Management schreibt in ihrer Mitteilung, Lindner habe sich rasch «in die Herzen der Gäste» gekocht. Gleichwohl trenne man sich nun im gegenseitigen Einvernehmen. «Unsere Vorstellungen für die zukünftige Positionierung des Sonnenberg Restaurants gehen zu weit auseinander», wird der CEO des Unternehmens, Christoph Bürge, zitiert.

Nils Betschart, bei Freddy Burger Management für die Gastronomie zuständig, präzisiert: «Wir wollen das Restaurant für ein breiteres Publikum öffnen.» Zwar soll die Qualität hoch bleiben, die Preise jedoch sollen so festgelegt werden, dass das Restaurant auch für Familien und jüngere Gäste erschwinglich werde.

«Marcus Lindner spricht mit seiner Küche vor allem Gourmets an», sagt Betschart. Von dieser Fokussierung will die Betreiberin wegkommen. Betschart bestreitet, dass die Ursache der Umpositionierung in einer unbefriedigenden Auslastung des Restaurants liegt. «Die Auslastung ist gut, kann aber durchaus noch optimiert werden.»

Weil sich das neue Konzept nicht zusammen mit Lindner realisieren lässt, ist es nun zur Trennung gekommen.


Video: 17 Fragen an Jacky Donatz

Dieses Interview gab der berühmte Spitzenkoch nachdem er den «Sonnenberg» 17 Jahre lang geführt hatte. (Dezember 2016)


(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 01.06.2018, 11:01 Uhr

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