Stauffacher ohne Blumenbeet

Die Tramhaltestelle wird umgebaut, damit die Leute mehr Platz und einen bequemen Einstieg haben.

Mehr Platz: Die Blumen haben keinen Bezug zur Kirche und müssen weg.

Mehr Platz: Die Blumen haben keinen Bezug zur Kirche und müssen weg. Bild: Sophie Stieger

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55000 Ein- und Aussteiger täglich machen den Stauffacher zur Nummer drei der VBZ-Haltestellen. Das sieht man ihm aber nicht an mit seinem Eierkartondach aus Plastik auf der einen Seite und gar keinem Dach auf der anderen. Die Kugellampen wirken ältlich, und die Haltekanten sind zu tief für Behinderte. Das will die Stadt ändern, wenn 2016 die Gleise ersetzt werden müssen. Die Neugestaltung des Stauffachers bringt: Glasdächer auf der ganzen Länge und auf beiden Seiten, 30 Zentimeter hohe Haltekanten, ein zurückversetztes Züri-WC und einen grösseren Fussgängerbereich. Ihm müssen das Blumenbeet und zehn Bäume weichen.

Blumenbeet muss bleiben – so lautet eine der 17 Einwendungen, die aus dem Quartier gegen das Projekt vorgebracht worden sind. Doch das Tiefbauamt bleibt hart: Das Blumenbeet zerschneide den Raum und enge den Fussgängerbereich stark ein, schreibt Stadtingenieur François Aellen im Bericht zu den nicht berücksichtigten Einwendungen. Ziel der Neugestaltung sei die bessere Durchlässigkeit für den Personenverkehr und verbesserte Sozialkontrolle dank übersichtlicher Situation. Auch habe die Kirchgemeinde gewünscht, dass der Zugang zur Kirche St. Jakob offener werde. Die Bäume, die gefällt werden müssen, sollen in gleicher Zahl ersetzt werden.

Sogwirkung auf Randständige

Kritisiert wurde unter anderem auch, dass das Züri-WC eine Sogwirkung auf Randständige ausübe, dass das Mäuerchen zwischen Haltestelle und Rasen vor der Kirche von Skatern missbraucht werde oder dass die Kirche verloren im Strassenraum stehen werde, wenn der Vorplatz weiter geöffnet sei. Das sieht der Stadtingenieur anders: Die Kirche St. Jakob und ihre Umgebung stehen unter Schutz; sie muss in einer parkähnlichen Grünanlage stehen. Das ist mit dem Rasen, den seitlichen Pflanzbeeten und den neuen Bäumen auf der südlichen Seite gewährleistet. Die rechteckige Blumenrabatte, die verschwindet, hat keinen Bezug zur Kirche und zur historischen Umgebungsgestaltung.

Weil der neue Stauffacher die Aufenthaltsqualität verbessern soll, wird zwischen Rasen und Haltestelle eine kleine Mauer gebaut, die zum Sitzen einlädt. Dass sie von Skatern missbraucht wird, fürchtet das Tiefbauamt nicht, weil dort «vermutlich» oft Leute sitzen werden und der Boden gepflästert ist.

Zur Neugestaltung des Stauffachers gehört auch die Verschiebung der Haltestelle der Linie 8. Heute befindet sie sich in der Stauffacherstrasse nördlich der Badenerstrasse neben der Kirche. Künftig ist sie in der Stauffacherstrasse südlich der Badenerstrasse neben der Apotheke. Dort ist die Strasse breiter und ermöglicht breitere Traminseln. Zudem ist die Strasse gerade, was es einfacher macht, die Haltekanten auf 43 Meter zu verlängern. Diese Länge werden künftige Trams haben. Ab Dezember 2017 wird die Linie 8 an Bedeutung gewinnen, weil sie über die Hardbrücke führt und die Grünau, das Hardturm- und das Escher-Wyss-Quartier direkt mit Stauffacher, Bürkliplatz und Bellevue verbindet. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 21.10.2013, 10:22 Uhr

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