Street Parade: «Gegen Exzesse muss etwas unternommen werden»

Sollte es an der diesjährigen Street Parade erneut zu Alkoholexzessen kommen, droht die Stadt mit dem Entzug der Bewilligung für den Event. Polizeisprecher Reto Casanova erklärt, wann das Mass voll ist.

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Was muss geschehen, dass die Street Parade im nächsten Jahr nicht mehr bewilligt wird?

Das lässt sich nicht so leicht sagen. Es geht hier schliesslich nicht darum, Opfer zu zählen und Alkoholexzesse auszuwerten. Wir müssen sehen, ob die diesjährigen Präventionsbemühungen greifen, ob weitere Massnahmen nötig werden und ob wir weitere Partner in die Vorbereitungsphase und die Prävention einbeziehen sollen. Insbesondere könnte es sinnvoll sein, die Gastwirte, die bisher ihr eigenes Street-Parade-Konzept umgesetzt haben, im nächsten Jahr auch in die Planung einbeziehen.

Also steht ein Entzug der Bewilligung gar nicht zur Debatte?

Wir haben nie gesagt, dass wir die Parade stoppen wollen. Um die Bewilligung zu entziehen, bräuchte es einen Stadtratsentscheid und so etwas wird sehr, sehr sorgfältig diskutiert. Es ist nicht im Interesse des Stadtrates oder von Frau Maurer, die Street Parade abzuschaffen. Wir wollen einzig nicht, dass sich die Parade im gleichen Stil weiter entwickelt wie in den letzten Jahren – und dieses Anliegen deckt sich mit jenem der Street-Parade-Organisatoren.

Die Verantwortlichen der Parade müssen beim Sponsoring immer wieder auf Firmen zurückgreifen, die Alkohol vertreiben. Warum unterstützt Zürich die Parade finanziell nicht stärker?

Die Stadt investiert jedes Jahr eine knappe Million in die Parade. Konkret in Abfallentsorgung, die Grünflächenpflege und in den Polizeieinsatz. Jeder Veranstalter muss Verantwortung für die Folgen seines Events übernehmen - zumindest teilweise. Ich weiss natürlich, dass es schwierig ist, Sponsoren zu finden. Trotzdem bin ich nicht glücklich, dass es ausgerechnet Alkoholproduzenten sind.

An der Parade werden auch andere Drogen im Umlauf sein...

...der Drogenmix ist ein weiteres Thema. Wenn die Polizei etwas entdeckt, wird sie natürlich eingreifen. Die Stadt ist mit dem Pillentesting der städtischen Jugendberatung Streetwork vor Ort und in der Hohen Promenade werden laufend Patienten versorgt. Dieses Angebot ist nicht neu, aber die Einlieferungen haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Und dies, obwohl dort wirklich nur die ganz harten Fälle eingeliefert werden, die nicht mehr ansprechbar sind. Vor fünf Jahren hatten wir noch 50 Einlieferungen, im letzten Jahr waren es 250. Genau gegen solche Exzesse muss klar etwas unternommen werden. Wir können nicht tatenlos zusehen, wie während und nach der Parade immer mehr Alkoholleichen herumliegen und jedes Jahr ein Todesopfer zu beklagen ist. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.08.2008, 17:32 Uhr

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