Tamedia hat sich am Stauffacher ein Landhaus gebaut

Der japanische Stararchitekt Shigeru Ban hat für die Tamedia einen Hauptsitz aus Glas und Fichtenholz gebaut. Das Gebäude ist heute eingeweiht worden.

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Tamedia-Chef Pietro Supino und der japanische Stararchitekt Shigeru Ban sind sehr zufrieden miteinander. Das Medienunternehmen, zu dem auch der «Tages-Anzeiger» gehört, hat seinen neuen Hauptsitz präsentiert. Supino stellte drei Forderungen: Er wollte komfortable Arbeitsplätze für rund ein Drittel seiner Belegschaft, ein nachhaltig gebautes und architektonisch ansprechendes Haus und wollte dafür nicht viel mehr bezahlen als für ein konventionelles.

Er habe alles bekommen, sagte er gestern vor den Medien. Die Chefredaktoren von «20 Minuten», Marco Boselli, und des «Tages-Anzeigers», Res Strehle, sind sehr zufrieden mit den neuen Arbeitsplätzen. Das Gebäude wird CO2-frei und ohne Einsatz von Atomstrom betrieben, die Kosten betragen insgesamt 50 Millionen Franken. Auf sieben Stockwerken sind 480 Arbeitsplätze entstanden. In diesen Tagen sind unter anderem die Redaktionen und Verlage von «20 Minuten» und «Tages-Anzeiger» eingezogen.

Unkomplizierte Bauherrschaft

Shigeru Ban seinerseits erklärte sinngemäss, er habe noch kaum je eine solch unkomplizierte Bauherrschaft gehabt. Besonders gut angekommen sei bei ihm die Forderung nach komfortablen Arbeitsplätzen, sagt er. Er hat sich daher bei der Tragstruktur für Fichtenholz entschieden. «Fichte ist angenehm und gemütlich. Die Mitarbeiter haben ein Landhaus bekommen.» Er selbst ist zu einem repräsentativen ersten Bauprojekt in der Schweiz gekommen, das in Architektenkreisen auf grosses Interesse stösst.

Das Skelett des Neubaus am Stauffacher besteht aus vorgefertigten Fichtenelementen, die von der auf Holzbau spezialisierten Firma Blumer-Lehmann in Gossau millimetergenau gefräst und dann vor Ort ohne Schrauben und Nägel zusammengefügt wurden. Man fühlt sich an Meccano-Bausätze erinnert. 2000 Kubikmeter Fichtenholz aus der Steiermark wurde dazu verwendet. Dazu kommt eine Glasfassade, die sich zur Sihl hin aufziehen lässt.

1902 hat sich der «Tages-Anzeiger» mit Redaktion und Druckerei auf dem Werdareal angesiedelt. Unterdessen ist dort einer der grössten Schweizer Medienstandorte entstanden, an dem heute rund 1500 Menschen arbeiten.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.07.2013, 14:57 Uhr

Wie der Shigeru-Ban-Bau entstanden ist: Die Arbeiten im Zeitraffer. (Video: Jan Derrer)

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