Tierhasser am Werk: Vogelspital platzt aus allen Nähten

In der Zürcher Vogelpflegestation hat man alle Hände voll zu tun. Noch nie wurden so viele gefiederte Patienten abgegeben wie im laufenden Jahr. Schuld ist immer öfter der Mensch.

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Bis Ende August 2008 nahm die Voliere Zürich 820 Vögel auf, im ganzen letzten Jahr waren es nur rund 760. Ein trauriger Rekord, wenn man bedenkt, dass es sich bei jedem fünften abgegebenen Tier um einen obdachlosen Jungvogel handelt. Die meisten pflegebedürftigen Vögel sind Opfer von Menschen, welche das Nest zerstört haben. Die Gründe dafür sind verschieden: Vielen Menschen sind die Vögel zu laut, sie nerven sich wegen des morgendlichen Gezwitschers oder sie stören sich am Nestbau im Garten oder auf dem Balkon.

Quälen mit Farbe und Wolle

Immer wieder kommt es aber auch vor, dass die Tiere mit Absicht misshandelt werden. So nimmt die Pflegestation Vögel auf, die beispielsweise mit Wolle festgebunden sind oder mit Farbe angemalt wurden. Elisabeth Kehl, Präsidentin der Voliere Gesellschaft Zürich erklärt: «Manche Vogel-Babies sind in solch kritischem Zustand, dass wir sie über Nacht mit nach Hause nehmen müssen.» Trotz intensiver Pflege überleben nicht alle Vögel ihre Verletzungen.

Gut gemeint ist nicht immer gut getan

Vor einer Handaufzucht warnen die Vogelschützer. Zum einen ist das Aufziehen von Wildvögeln ohne Bewilligung verboten, zum anderen ist sie nicht ungefährlich. Falsche Ernährung kann gerade bei Jungvögeln zu schlechtem Gefieder oder krummen Beinen führen. Sollte man auf einen liegenden Vogel stossen, sollte man das Tier zuerst beobachten. Sind offensichtlich keine Eltern da, empfiehlt Elisabeth Kehl: «Am besten legt man den Vogel in eine kleine, warme, dunkle Kiste und bringt sie in die Voliere am Mythenquai 1. Nachts kann man die Kiste in die Babyklappe legen, wir kümmern uns frühmorgens darum.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 18.09.2008, 16:02 Uhr

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