Tinnitus und Sehstörungen nach Attacke am 1. Mai

Ein Zivilpolizist ist an der Nachdemo am 1. Mai 2012 von einem Steinwurf am Kopf schwer verletzt worden. Ende Mai steht ein Steinwerfer vor Gericht. Ihm kann aber nicht nachgewiesen werden, dass er die Verletzung verursacht hatte.

Chaoten gegen Beamte: Gewalttätige Demonstranten gehen an der Nachdemo 2012 auf einen zivilen Polizisten los.

Chaoten gegen Beamte: Gewalttätige Demonstranten gehen an der Nachdemo 2012 auf einen zivilen Polizisten los. Bild: Screenshot youtube

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Der Mann aus dem Umfeld des Schwarzen Blocks hat sich an der Nachdemo des 1. Mai 2012 beteiligt. Dabei wurden zivile Beamte der Stadtpolizeiwarf von einer Gruppe von gewaltbereiten Demonstranten mit Steinen beworfen. Ein Polizist wurde am Kopf getroffen und schwer verletzt; der Mann trug keinen Helm.

Die Auswertung von Foto- und Videomaterials führte zwei Monate später zu fünf Verhaftungen: Fünf Schweizer im Alter zwischen 18 und 30 Jahren. Die Polizei nahm vier an ihren Wohnorten in der Stadt und im Kanton Zürich sowie im Kanton Baselland fest. Der Fünfte stellte sich selber der Polizei, nachdem er erfahren hatte, dass nach ihm gefahndet wird.

Mittäter bereits verurteilt

Vier jugendliche Demonstranten sind bereits mit Strafbefehl oder bedingten Freiheitsstrafen abgeurteilt worden. Sie waren nicht für den verhängnisvollen Steinwurf verantwortlich, sondern mussten sich wegen Sachbeschädigung und Landfriedensbruch verantworten.

Gegen den 32-Jährigen hat der Staatsanwalt ein Verfahren wegen versuchter schwerer Körperverletzung eingeleitet. Der Mann wird nur wegen Versuch angeklagt, weil ihm nicht nachgewiesen werden kann, dass sein Steinwurf den Polizisten verletzt hatte. Aber der Beschuldigte habe damit mindestens schwere Verletzungen in Kauf genommen.

Der Fall wird im abgekürzten Verfahren durchgeführt. Der Beschuldigte ist geständig. Er akzeptiert die vorgeschlagene teilbedingte Freiheitsstrafe von 35 Monaten: Sechs Monate davon soll er absitzen, die restlichen 29 Monate werden auf eine lange Bewährungszeit von vier Jahren aufgeschoben. Der Fall wird Ende Mai vor dem Bezirksgericht Zürich verhandelt.

Schädelbruch mit Hirnblutung

Der Polizist konnte nach der Attacke monatelang nicht arbeiten und ist heute im Innendienst tätig. Laut seinem Rechtsvertreter Valentin Landmann leidet er immer noch unter den Folgen des Steinwurfes. Der Polizist hatte einen Schädelbruch mit Hirnblutung erlitten. Er hat bis heute Sehstörungen, einen Tinnitus und ist beim Sport beeinträchtigt.

Der Fall hat für Landmann Signalwirkung. Dass nämlich ein blosser Steinwurf von den Untersuchungsbehörden als versuchte schwere Körperverletzung geahndet wird – unabhängig davon, ob der Stein jemanden getroffen hat oder nicht.

Erstellt: 30.04.2014, 12:45 Uhr

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