«Todesstoss» fürs neue Stadion

Der Stadtrat soll in der Stadionfrage gegenüber möglichen Investoren mehr Flexibilität zeigen, fordert der Zürcher Gemeinderat – und stellt eine weitere Bedingung.

Wer soll wie die neue Fussballarena bauen? Hardturm-Stadionbrache im September 2013.

Wer soll wie die neue Fussballarena bauen? Hardturm-Stadionbrache im September 2013. Bild: Sabina Bobst

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Samuel Dubno sass gestern Mittwochabend in der Zwickmühle. Der grünliberale Gemeinderat hörte seinen debattierenden Ratskollegen lange zu, hatte dabei den Kopf in die Hände gelegt. Zum Abschluss der Diskussion sagte er: «Das ist der schwierigste Moment in meiner fünfjährigen politischen Karriere.»

Der Grund für Dubnos verzwickte Lage war sein Postulat – und vor allem die Forderung der SP, dieses mit einigen Sätzen zu ergänzen. In seinem Vorstoss forderte Dubno den Stadtrat auf, zu prüfen, wie er den Teilnehmern am Investorenwettbewerb für ein neues Fussballstadion «eine grössere Flexibilität hinsichtlich ihrer Projekte gewähren kann». Der Gemeinderat unterstützte diese Forderung ausnahmslos. Dubno und der ehemalige GLP-Gemeinderat Gian von Planta befürchteten, dass Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne) mit allzu fixen Vorstellungen in den neuen StadionWettbewerb starten würde.

Nicht ohne gemeinnützige Wohnungen

Die SP sagte deutlich, sie unterstütze Dubnos Postulat nur, wenn darin explizit gefordert werde, dass zusätzlich zum Stadion auch gemeinnützige Wohnungen gebaut würden und das Land einem künftigen Investor im Baurecht abgegeben werde. Die SVP hingegen weigerte sich, das Postulat mit diesem Zusatz durchzuwinken. Roger Liebi sagte: «Mit dieser strengen Auflage lässt sich nie und nimmer ein privater Investor finden.» Aus der bürgerlichen Ecke war gar von einem «Todesstoss» fürs Stadion die Rede.

Die SVP forderte Dubno deshalb dazu auf, den zusätzlichen Satz der SP für sein Postulat abzulehnen. Doch Dubno rechnete. Ohne die Stimmen der SP hätte er seine Forderung nicht durchgebracht. Er liess den Satz «zähneknirschend» zu. Der Gemeinderat überwies sein Postulat deshalb mit 76:41 Stimmen an den Stadtrat.

Erstellt: 30.10.2014, 07:45 Uhr

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