Traditionscafé im Niederdorf wendet Schliessung ab

Das Café Schober wird doch nicht geschlossen, sondern unter neuer Führung wiedereröffnet. Mit sichtbaren Veränderungen.

Diese Tür bleibt geöffnet: Eingang zum Schober im Niederdorf. Bild: Urs Jaudas

Diese Tür bleibt geöffnet: Eingang zum Schober im Niederdorf. Bild: Urs Jaudas

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Noch vor kurzem sah es schwarz aus. Nicht schummrig in dem gemütlichen Sinne, der den eigentümlichen Charme des verwinkelten Kaffeehauses Schober im Zürcher Niederdorf seit Jahrzehnten ausmachte, sondern wirklich düster. Weil sich Trendgastronom Michel Péclard mit den Miteigentümern der Liegenschaft zerstritten hatte, sah es aus, als würde diese stadtbekannte Institution im März verschwinden.

Jetzt ist klar, dass die über 120-jährige Geschichte des Schober auch nach dem kommenden Frühling weitergehen wird. Wie die NZZ meldet, übernimmt die soziale Zürcher Stiftung Arbeitskette die Nachfolge der Péclard-Gruppe. Ein entsprechender Vertrag mit den Eigentümern des Hauses sei dieser Tage unterzeichnet worden. Die Stiftung betreibt mehrere Restaurants, in denen sie IV-Bezügern die Chance gibt, in der Arbeitswelt wieder Fuss zu fassen.

Rentabler Betrieb möglich?

Im Schober ist die Ausgangslage anspruchsvoll: Péclard beklagte sich, in dem historischen Haus, das er nach einer Renovation übernommen hatte, nicht kostendeckend wirtschaften zu können. Laut der NZZ machte er bei einem Pachtzins von rund 240'000 Franken einen jährlichen Verlust von rund 200'000 Franken. Trotzdem gibt man sich bei der Stiftung Arbeitskette optimistisch, den Betrieb wie alle anderen auch rentabel führen zu können – zumal man «sehr faire Konditionen» erhalten habe.

Die Übernahme des Cafés Schober wird im Innern des Lokals sichtbar werden. So ist unter anderem geplant, den roten Salon im Zwischengeschoss frischer zu gestalten. Auch die Dekoration, seit je ein Markenzeichen des Hauses, soll komplett überarbeitet werden.

Der «Salon Rouge» wird in dieser Form wohl nicht erhalten bleiben. Bild: Urs Jaudas

Aktuell arbeiten 19 Festangestellte im Kaffee. Geschäftsführer Lukas Widmer sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, dass es zu keinen Kündigungen kommen soll. Alle Stellen müssten ausgeschrieben werden, aber aufgrund ihrer Erfahrung hätten diejenigen Angestellten, die auch in Zukunft im Kaffee Schober arbeiten wollten, gute Chancen. Den anderen würde die Péclard-Gruppe eine Alternative in einem ihrer Betriebe anbieten.

(hub/SDA)

Erstellt: 06.12.2018, 09:19 Uhr

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