Umbau Kreuzplatz auf unbestimmt verschoben

Bis die schmale Traminsel am Kreuzplatz verbreitert wird, dauert es noch Jahre. Baustellen konkurrenzieren sich gegenseitig.

Neues Verkehrsregime am Kreuzplatz.

Neues Verkehrsregime am Kreuzplatz. Bild: ib

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Schon seit fünf Jahren sollte die erschreckend schmale Traminsel am Kreuzplatz breiter sein; sie misst nur 1,5 Meter, dann folgt sofort die stark befahrene, dreispurige Kreuzbühlstrasse. Der Ruf nach Verbreiterung ist uralt; er wurde im Januar 2006 nochmals lauter, weil eine alte Frau im Gedränge vors Tram fiel und starb. Die Verbreiterung erfordert aber den Abbau einer Fahrspur vor der ­Migros; das Abbiegen in die Zolliker­strasse wird nicht mehr möglich sein.

Eine erfolgreiche Beschwerde

Das und weitere Änderungen im Verkehrsregime wie der Gegenverkehr auf dem Zeltweg zwischen Merkur- und Kreuzstrasse erzürnten Gewerbe, ACS und Anwohner. Sie fürchteten Umwegfahrten und Stau und reichten während der Ausschreibung Ende 2004 mehrere Einsprachen ein. Die Quartiervereine Riesbach, Hirslanden und Hottingen hingegen begrüssten das Projekt.

Stadt- und Regierungsrat lehnten alle Einsprachen ab, doch eine Beschwerde hatte im November 2007 am Verwaltungsgericht einen Teilerfolg: Das Gericht vermisste eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Auch wenn die neue Verkehrsführung kaum Auswirkungen auf die Luftbelastung im Gebiet Kreuzplatz haben werde, so nehme der Verkehrslärm am Zeltweg doch spürbar zu, was sich kaum aufwiegen lasse durch die Verkehrsabnahme auf der Merkur- und der Kreuzbühlstrasse. Das Verwaltungsgericht verpflichtete die Stadt damit, das neue Verkehrsregime nochmals öffentlich aufzulegen – diesmal mit Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP).

Der Bericht zur Umweltverträglichkeit liegt mittlerweile vor: Der Stadtrat wird die UVP noch dieses Jahr festsetzen. Im Frühjahr 2011 wird das neue Verkehrsregime am Kreuzplatz zum zweiten Mal aufgelegt, wogegen erneut Einsprachen möglich sind. Werden die Rechtsmittel unerbittlich weitergezogen, muss letztlich das Bundesgericht entscheiden.

Ziel der Stadt ist, ein bewilligtes und ausführungsreifes Projekt in Händen zu haben. Das heisst aber nicht, dass sofort die Presslufthämmer auffahren, kaum ist die Bewilligung rechtskräftig. Denn einerseits hat der Kreuzplatz im Tiefbauamt nicht mehr erste Priorität, nachdem die Tramgeleise provisorisch saniert worden sind. Und zweitens kommt das Bauprojekt jetzt wegen der Verzögerung in einen Zeitraum, in dem im selben Gebiet weitere Grossbaustellen anstehen: Sechseläutenplatz (bis 2012), Forchstrasse (2012–14), Bellerivestrasse und Quaibrücke (2014–15). Weil dafür Zol­likerstrasse und Zeltweg als Ausweichrouten dienen, zeichnet sich ab, dass der Kreuzplatz und seine Traminsel nicht vor 2016 an der Reihe ist.

Erstellt: 05.08.2010, 11:45 Uhr

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