Umzug schafft kaum Platz

Die Zürcher Hochschule der Künste kommt ins Toni-Areal. Doch dadurch wird andernorts nicht automatisch Platz frei.

Bald von 500 Studierenden und Dozierenden belebt: Hauptgebäude auf dem Toni-Areal (14. April 2014). Foto: Ennio Leanza (Keystone)

Bald von 500 Studierenden und Dozierenden belebt: Hauptgebäude auf dem Toni-Areal (14. April 2014). Foto: Ennio Leanza (Keystone)

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Der Bau der Zürcher Hochschule der Künste (ZHDK) auf dem ehemaligen Toni-Areal war verbunden mit einer Hoffnung und einem Versprechen: Wenn die Hochschule eröffnet wird, werden in der Stadt rund 35 andere Gebäude an teilweise attraktiven Lagen frei, Häuser für Wohnungen, Ateliers und Gewerberäume.Am 12. September ist es so weit, die 5000 Studierenden, Dozierenden und Mitarbeitenden werden erstmals den Campus auf dem Toni-Areal betreten. Was aber geschieht jetzt mit den anderen Standorten? 20 Prozent dieser Liegenschaften gehören dem Kanton, die restlichen hat er gemietet.

Sanierungen und Neubauten

Die für viele wohl enttäuschende Antwort lautet: Die meisten Liegenschaften sind bereits vergeben. Das Gebäude des Museums für Gestaltung in der Nähe des Limmatplatzes bleibt als Museum erhalten. Es ist noch bis Ende September ­geöffnet, danach wird es renoviert – es stammt aus dem Jahr 1933 und gilt als Bauperle. Die angrenzenden Schulräume werden bereits von der Allgemeinen Berufsschule Zürich genutzt. Der Kanton will nun im Hinblick auf künftigen Platzbedarf an Berufsfachschulen die ehemaligen Standorte im Kreis 5 um den Limmatplatz und das Sihlquai herum zu einer Bildungsmeile zusammenzufassen. Geplant sind hier Sanierungen und Neubauten.

Auch das Theater der Künste an der Gessnerallee ist bereits vergeben. Es wird auch künftig durch die ZHDK genutzt werden, genauso wie das Museum Bellerive. Ins Konservatorium am Pfauen ist bereits die Musikschule Zürich eingezogen. Im Mediencampus an der Baslerstrasse in Altstetten will die Stadt 30 Räume für Künstler zur Verfügung stellen. Unter anderem soll hier ein Ersatzort entstehen für die von Bränden betroffenen Institutionen wie Tanzhaus und Rote Fabrik. Zudem sind Übungsräume für Musiker geplant.

Politische Reaktion

Diese Entwicklung hat denn bereits auch eine politische Reaktion ausgelöst. Der GLP-Kantonsrat Thomas Wirth und zwei Mitunterzeichner haben im Kantonsparlament eine schriftliche Anfrage eingereicht, in der sie Auskunft über die weitere Nutzung der frei werdenden Räume verlangen.

Die drei Politiker hegen dabei die Befürchtung, dass sich in diesem Fall das Debakel des Polizei- und Justizgebäudes (PJZ) wiederholen könnte. Dass nämlich das Versprechen nicht eingelöst wird, dass in der Stadt Raum frei wird durch die räumliche Konzentration der verschiedenen Studienrichtungen auf dem Toni-­Areal.

Erstellt: 01.09.2014, 01:33 Uhr

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