«Underground-Gastronom» übernimmt Zürcher Seerestaurant

Bisher war Sami Khouri für ausgefallene Pop-ups bekannt. Jetzt betreibt er das ehemalige Quai 61 beim Hafen Enge.

Sami Khouri wurde mit dem Seerestaurant beim Hafen Enge sesshaft.

Sami Khouri wurde mit dem Seerestaurant beim Hafen Enge sesshaft. Bild: Reto Oeschger

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Das Seerestaurant beim Hafen Enge hat einen neuen Betreiber. Der junge Zürcher Gastronom Sami Khouri (30) übernimmt ab sofort das Lokal, das bisher unter dem Namen Quai 61 fungierte. Dies, nachdem der Gastrounternehmer das Seelokal in den letzten zwei Monaten als Pop-up-Restaurant betrieben hatte. Khouri übernimmt damit zum ersten Mal ein Restaurant fix.

Bekannt wurde Khouri in den letzten Jahren durch den Imbiss Palestine Grill an der Langstrasse und vor allem auch durch zahlreiche Pop-up-Restaurants in der Stadt. Da bei ihm nur Einlass erhielt, wer sich via SMS anmeldete, erlangte Khouri eine Art Underground-Aura. «Pop-up ist heute in aller Munde», sagt er gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Das aber sei genau mit ein Grund, warum er nun etwas anderes ausprobieren wollte.

Unter dem Label Mr. Samigo eröffnete Sami Khouri vor ein paar Jahren im Zürcher Langstrassenquartier den Palestine Grill. Bild: Thomas Egli

Für das Restaurant am See sprach unter anderem , dass es keine unmittelbare Nachbarn hat, sagt Khouri. Dies erlaube ihm, auch bis spät noch Musik zu spielen. Neben Essen bietet Khouri in seinen Restaurants immer auch eine Art Erlebnisgastronomie. Dazu zählt eine aufwendige Dekoration ebenso wie Shows und DJs während des Essens. Dies möchte er auch in seinem neuen Lokal mit dem Namen «Samigo Amusement» beibehalten.

Freddy Burger zog sich zurück

In den vergangenen Jahren hat das Quai 61 immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Im seit den Neunzigern von Freddy Burger betriebenen Lokal kam es teilweise zu gewalttätigen Auseinandersetzungen unter den Gästen. Im Sommer 2018 wurde ein Gast dabei schwer verletzt, worauf sich Burger aus dem Geschäft zurückzog. Seit dem Frühling 2013 betrieb er es zusammen mit dem Rat Pack (Mascotte, Calvados, Mata Hari). Letztgenannte gaben ihre Anteile bereits vor einem Jahr ab.

Die Geschichte des Lokals reicht aber weiter zurück. In den Neunzigern erlangte das Restaurant unter dem Namen Sixty One einige Bekanntheit. Nicht zuletzt, weil die Teilnehmer der Kuppelshow «Züridate» jeweils dort feierten. Danach hiess das Lokal für eine Weile Aqua.

Erbaut wurde das Restaurant, das der Stadt gehört, im Rahmen der Gartenausstellung im Jahr 1959 auf 64 Pfählen, die in den See geschlagen wurden. Die Lage mitten auf dem See eröffnet den Gästen einen Blick auf die Glarner Alpen oder die Skyline von Zürich.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.01.2019, 11:58 Uhr

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