Uni Zürich: Peter Burke und Hansjörg Wyss erhalten Ehrendoktor

Die Universität Zürich hat zehn Ehrendoktortitel verliehen. Je eine der Auszeichnungen ging an den britischen Kulturhistoriker Peter Burke und an den Schweizer Medizinaltechnikunternehmer Hansjörg Wyss.

Feier an der Universität Zürich: In der Mitte Peter Burke, vorne rechts Hansjörg Wyss.

Feier an der Universität Zürich: In der Mitte Peter Burke, vorne rechts Hansjörg Wyss. Bild: uzh.ch

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Der Kulturhistoriker Peter Burke ist zum Ehrendoktor der Universität Zürich (UZH) ernannt worden. Anlässlich des «Dies academicus» hat die UZH insgesamt zehn Ehrendoktortitel verliehen.

Peter Burke erforscht die Renaissance, insbesondere deren Sozialgeschichte. Er sei einer der international bedeutendsten Kulturhistoriker, heisst es in einer Mitteilung der UZH. Verliehen wurde ihm der Ehrendoktortitel von der Philosophischen Fakultät.

Einzige Frau

Als einzige Frau bekam Doreen B. Massey die Auszeichnung von der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät für ihre raumtheoretischen Arbeiten. Massey habe massgeblich dazu beigetragen, dass Örtlichkeit und Regionalität im globalen Zeitalter neu gedacht werden können.

Die Medizinische Fakultät ehrte den Psychiater und Chemiker Florian Holsboer. Er erforscht die Ursachen von Depression, Angsterkrankungen, Schlafstörungen und Stress-Situationen mit dem Ziel, personalisierte Therapien für die Psychiatrie zu entwickeln.

Ebenfalls zu Ehrendoktoren ernannt wurden Hans-Jürg Stefan, Paolo Bernasconi, David J. Gerber, Douglas W. Diamond, Patrice Courvalin, Hansjörg Wyss sowie Tim Cutton-Brock. Ausserdem wurden diverse Ständige Ehrengäste ernannt, Forschungsstipendien und Jahrespreise verliehen.

Medienwelt im Wandel

In Anwesenheit von zahlreichen Gästen aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur feiert die Universität Zürich zur Erinnerung an ihre Gründung jährlich den «Dies academicus». Die Dies-Rede hielt Otfried Jarren, Prorektor Geistes- und Sozialwissenschaften der UZH.

Unter dem Titel «Ordnung durch Medien?» befasste er sich mit dem Wandel der Massenmedien in ihrer Funktion als Ordnungsstifter. Jarren führte aus, dass die herkömmlichen Massenmedien bisher gleichsam als Ordnungsgaranten für die gesellschaftliche Kommunikation fungiert hätten.

Diese Ordnung werde nun durch das Angebot der Social-Media gestört. Als Folge davon könnten Rhythmus, Themen und Deutung nicht mehr von den herkömmlichen Massenmedien allein definiert werden.

Jarren prognostizierte, dass deshalb die bislang vorherrschende, hierarchisch-elitäre Ordnung der Massenmedien durch eine dynamischere Kommunikationsordnung ersetzt werde, bei der die Rezipienten mitsteuern.

Dabei seien Normkonflikte absehbar, so Jarren gemäss Redetext. Streitfragen stellen könnten sich beispielsweise zum Persönlichkeitsrecht, zum Datenschutz, aber auch zu Urheberrechts- und Leistungsschutz.

Berufliche Perspektiven

In seiner Rede «The same procedure as every year! Was wäre, wenn nicht...?» stellte Wolfgang Fuhrmann, Ko-Präsident der Vereinigung akademischer Mittelbau an der UZH, die Frage, ob am Ende der Karriereleiter stets die Professur stehen müsse.

Fuhrmann schlug vor, Spitzenforschung und hervorragende Lehre ohne Professur zu ermöglichen. Nötig wären dafür Stellen mit einer langfristigen beruflichen Perspektive für Forschende und Lehrende. (mw/sda)

Erstellt: 27.04.2013, 19:56 Uhr

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