Uni Zürich macht historischen Schritt

18 neue Professuren sollen die Universität Zürich in die digitale Zukunft führen. Eine solche Aufstockung hat es kaum je gegeben.

Die Universität investiert einen dreistelligen Millionenbetrag in die Digitalisierung.

Die Universität investiert einen dreistelligen Millionenbetrag in die Digitalisierung. Bild: Raisa Durandi

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Michael Hengartner, dem Rektor der Universtät Zürich vorzuwerfen, er lasse seinen Worten keine Taten folgen, ist in diesem Fall falsch. Vor einem Jahr sprach er von den Chancen, die eine Digitalisierung mit sich bringe. Er liess er verlauten, nur wenn Expertinnen und Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammenarbeiteten, könne man die Chancen einer Digitalisierung für die Gesellschaft packen.

Nun lässt die Universität verlauten, dass sie 18 neue Professuren schafft, die sich in einer interdisziplinären Herangehensweise mit der Digitalisierung befassen, wie die NZZ schreibt. Die Universität Zürich hat derzeit 675 Professorinnen und Professoren. Die Aufstockung ist eine der grössten, welche die Uni Zürich je gesehen hat. Nur jene bei der Gründung der philosophischen Fakultät 1833 sei noch grösser gewesen, sagte Hengartner gegenüber der NZZ. Konkret werden acht Lehrstühle und zehn Assistenzprofessuren geschaffen. Die ersten Professoren sollen nächstes Jahr ihre Arbeit aufnehmen.

Die Uni investiert für die neuen Professuren einen dreistelligen Millionenbetrag, verteilt über Jahre. Sie sollen aus Reserven, Fundraising und Umschichtungen generiert werden.

Von Gesundheit bis Kommunikation

Den Anfang machte ein Netzwerk für die fächerübergreifende Zusammenarbeit, die Digital Society Initiative (DSI). Rund 170 Professorinnen und Professoren haben sich dem Netzwerk angeschlossen und haben nach neuen Lösungsansätzen in den Bereichen Gesundheit, Demokratie, Arbeit, Mobilität und Kommunikation gesucht. Die neuen Lehrstühle sind denn auch auf diese Themenbereiche ausgerichtet: Digital and Mobile Health, Big Data Science, Digital Entrepreneurship, künstlicher Intelligenz und Machine-Learning oder digitaler Sprachwissenschaft.

Die Professoren seien «Brückenbauer zwischen etablierten Disziplinen», wie sie Abraham Bernstein vom Direktorium des Netzwerkes beschreibt. Rektor Hengartner sagt: «Sie müssen in zwei Welten zu Hause sein, die beide ihre interne Logik haben.» Für Studierende werden neue Nebenfächer, auf Master- und Doktorandenstufe Spezialprogramme geschaffen.

Dass die Digitalisierung an der Uni bereits aktiv gelebt wird, zeigt die Institution am heutigen Digitaltag unter anderem im Zürcher Hauptbahnhof. Bis 20 Uhr lässt sich da Forschung live erleben. In den Hauptgebäuden der Uni und der ETH informieren die Hochschulen ebenfalls bis 20 Uhr über die Digitalisierung in der Medizin.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 25.10.2018, 16:09 Uhr

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