Uni-Professoren krankgeschrieben

Geschichtsprofessor Philipp Sarasin und seine Partnerin Svenja Goltermann sind wegen der Kampagne der «Weltwoche» offenbar gesundheitlich angeschlagen.

Geschichtsprofessor Philipp Sarasin wird vorgeworfen, bei der Berufung seiner Partnerin die Ausstandsregeln verletzt zu haben.

Geschichtsprofessor Philipp Sarasin wird vorgeworfen, bei der Berufung seiner Partnerin die Ausstandsregeln verletzt zu haben. Bild: Sophie Stieger

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Geschichtsprofessor Philipp Sarasin und seine privat mit ihm liierte Kollegin Svenja Goltermann sind seit dem 5. November krankgeschrieben. Das schreibt «Die Weltwoche» in ihrer heutigen Ausgabe. Die Universität untersucht momentan aufgrund von «Welt­woche»-Recherchen, ob Sarasin die ­Ausstandsregeln bei der Berufung ­Goltermanns eingehalten hat. Sarasin sass in der Kommission, die seine Lebens­gefährtin als Professorin vorschlug – und zwar letztlich erfolgreich.

Der ehemalige «Weltwoche»-Chef­redaktor und heutige PR-Berater Jürg Wildberger bestätigt die Meldung des Wochenblatts: «Svenja Goltermann und Philipp Sarasin sind bis zum 7. Dezember krankgeschrieben.» Wildberger betont, dennoch würden die Lehrveranstaltungen stattfinden. Sie werden v­on ­Assistenten geleitet. Zudem würden die wissenschaftlichen Arbeiten der Studierenden von Goltermann und Sarasin persönlich weiter betreut. Und: «Die ­ungerechtfertigte, polemische Kam­pagne der ‹Weltwoche› hat die Gesundheit von Svenja Goltermann und Philipp Sarasin so stark beeinträchtigt, dass ein voller, professioneller Einsatz nicht mehr ­möglich war.»

Wildberger gehört zum PR-Büro Hirzel-Neef-Schmid Konsulenten. Er arbeitet nach eigenen Angaben auf privater Basis als Kommunikationsberater des Professorenpaares. Es liege kein Auftrag der Universität für diese Aufgabe vor, sagt Wildberger. Sarasin hatte in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger»­betont, seine Liebesbeziehung mit ­Goltermann habe erst nach dem Be­rufungsverfahren begonnen. (ese)

Erstellt: 19.11.2014, 22:18 Uhr

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