Vandalen beschädigen «Catedrales»

Die Skulptur am Escher-Wyss-Platz muss repariert werden. Unbekannte haben einen der fünf Akkuschrauberaufsätze aus Backstein zerstört – zum zweiten Mal.

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Kunst hat einen schweren Stand am Escher-Wyss-Platz: Annemie Fontanas Brunnenskulptur «Sirius» wurde 2009 abgebaut und 2012 nach Oerlikon ausgeschafft, das für knapp sechs Millionen Franken geplante «Nagelhaus» kam gar nicht erst an – die Stimmberechtigten hatten es 2010 an der Urne abgelehnt.

Auch die fünfteilige Skulptur «Catedrales», die seit dem Juni 2012 im Epizentrum des Zürcher Nachtlebens steht, muss ziemlich viel erdulden. Wildpinkler etwa, die sich nach dem Disco-Besuch in Zürich-West an den überdimensionalen Akkuschrauberaufsätzen aus Backstein erleichtern. Oder Vandalen. Bereits einmal nahmen Unbekannte die «Catedrales» ins Visier. Damals kostete die Reparatur rund 650 Franken.

Ersatz aus dem Fricktal

Und jetzt wieder. Am Sockel des mittleren Aufsatzes liegen am Samstagabend zerstörte Backsteine in einer Urinpfütze. Sie stammen vom oberen Teil der Skulptur. Christoph Doswald, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Kunst im öffentlichen Raum (Kiör), geht von einem «Bubenstreich» aus. Entweder muss jemand auf den Schrauber geklettert sein oder ihn mit einem Gegenstand beworfen haben. «Die Eigentümer sind benachrichtigt.» Es handle sich um einen geringfügigen Schaden, sagt Doswald. Die Backsteine stammen aus einer Ziegelei im Fricktal, Ersatzmaterial ist also reichlich vorhanden.

Gemäss Tiefbaudepartement kommt für den Schaden die Versicherung auf, wie schon beim ersten Mal. Sprecher Mike Sgier geht von einem Betrag von mehreren Hundert Franken aus. «Das ist ärgerlich. Bei Kunst im öffentlichen Raum muss man mit solchen Geschichten leider aber rechnen», sagt Sgier.

Für zehn Jahre im Kreis 5

Die «Catedrales» kamen im Rahmen von Art and the City nach Zürich. Gemäss der Arbeitsgruppe Kiör war die Skulpturengruppe eines der «markantesten und beliebtesten Werke» der Ausstellung im öffentlichen Raum, die Ende September 2012 zu Ende ging. Erdacht hat das Werk das kubanische Künstlerduo Los Carpinteros, die Zimmerleute. Ihre Akkuschrauberaufsätze sollen eine Ehrbezeugung ans Handwerk sein.

Nach der Schau hat eine Stiftung «Catedrales» gekauft – unter der Bedingung, dass die fünf Schrauber für mindestens zehn Jahre stehen bleiben. Neben den «Catedrales» wurden noch drei weitere Werke von privater Seite gekauft und öffentlich zugänglich gemacht: die fünf Meter grosse Chromstahlfigur «Vanessa», Valentin Carrons «Ca-tarac-ta» und «The Soapbox of Schiffbauplatz».

Erstellt: 03.02.2014, 12:12 Uhr

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