Was würden Sie auf die Flucht mitnehmen?

Eine Ausstellung im Landesmuseum Zürich bringt den Besuchern nahe, wie sich Menschen auf der Flucht fühlen.

Die Besucher werden mit fiktiven Flüchtlingsschicksalen konfrontiert: Einblick in die Ausstellung «Flucht» im Landesmuseum in Zürich. (27. Oktober 2016)

Die Besucher werden mit fiktiven Flüchtlingsschicksalen konfrontiert: Einblick in die Ausstellung «Flucht» im Landesmuseum in Zürich. (27. Oktober 2016) Bild: Manuel Lopez/Keystone

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Was bedeutet es, die eigene Wohnung, Arbeit, Familie und Heimat aufgeben zu müssen? Die Ausstellung «Flucht» im Landesmuseum Zürich beleuchtet das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln. Bundesrätin Simonetta Sommaruga (SP) war am Freitagabend bei der Vernissage dabei.

Es brauche Ausstellungen wie diese, sagte die Justizministerin gemäss Redetext am Freitagabend bei der Vernissage. «Sie machen uns bewusst, wie viel auf dem Spiel steht». Dieses Bewusstsein mache politische Entscheide nicht leichter – im Gegenteil. «Es hilft uns aber, dass wir die richtigen Entscheide treffen.»

In der Ausstellung «Flucht» übernehmen die Besucherinnen und Besucher die Rolle von Betroffenen. Sie sollen «erahnen, was es heisst, auf der Flucht zu sein». Die Ausstellung sei den Menschen gewidmet, die nicht freiwillig ihr Land verlassen, sagte Anja Klug, Leiterin des Schweizer Büros des Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen UNHCR am Freitag vor den Medien in Zürich.

Eindrückliche Kinderzeichnungen

Empfangen werden die Besucher mit Filmsequenzen aus Krisengebieten und von der Flucht – inmitten Steinbrocken. Durch einen Fluchtkorridor mit eindrücklichen Zeichnungen, die Kinder in Traumazentren gemacht haben, geht es weiter zu fünf fiktiven Schicksalen aus den Krisenländern Südsudan, Libanon, Afghanistan, Syrien und Somalia. Bei einer weiteren Station können sich die Besucher überlegen, welche vier Gegenstände sie auf die Flucht mitnehmen würden und diese in ein Heft mit Fluchtnotizen stempeln. Sind dies eher praktische wie Pass oder Geld? Oder eher emotionale wie Fotos?

«Zwei Drittel der Menschen auf der Flucht sind Binnenvertriebene im eigenen Land, ein Drittel flieht ins Ausland, bleibt aber in der Region. Nur ein kleiner Teil der Flüchtenden gelangt nach Europa», sagt Andreas Huber von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA). Die Ausstellung thematisiert denn auch, wie es den Flüchtlingen geht, die in ihrer Region bleiben.

Neben dem Schicksal der Flüchtlinge zeigt «Flucht» auch, wer in der Schweiz und in anderen Ländern Schutz erhält und wer nicht. Erklärt wird auch die internationale Hilfe, auf die mehr als 90 Prozent aller Flüchtlinge angewiesen sind. Zur Sprache kommt zudem, wie die Schweiz Unterstützung leistet und ihr Asylverfahren funktioniert.

Die Ausstellung «Flucht» ist ein Gemeinschaftsprojekt der Eidgenössischen Migrationskommission (EKM), des Staatssekretariats für Migration (SEM), des Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR) und der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA). Vom 29. Oktober 2016 bis 5. März 2017 wird die Wanderausstellung im Landesmuseum in Zürich gezeigt. Nach dem Landesmuseum geht sie weiter nach Aarau. Weitere Stationen sind geplant. (thu/sda)

Erstellt: 28.10.2016, 20:57 Uhr

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