Weiteres Nagelhaus muss verschwinden

Die Stadt will seit Jahren ein Haus im Kreis 4 abbrechen. Der Eigentümer hat sich zweimal bis vor Bundesgericht dagegen gewehrt. Nun ist nur noch eine Frage offen.

Wird abgebrochen: Eckhaus (links) mit dem ehemaligen Restaurant Güterbahnhof (Bild: 2010).

Wird abgebrochen: Eckhaus (links) mit dem ehemaligen Restaurant Güterbahnhof (Bild: 2010). Bild: Nicola Pitaro

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Der Streit zwischen der Stadt Zürich und dem Eigentümer des Hauses an der Ecke Seebahn-/Hohlstrasse gegenüber dem Areal des früheren Güterbahnhofs ist viele Jahre alt. Seit der Eröffnung des Uetlibergtunnels und der Einführung eines neuen Verkehrsregimes auf der ehemaligen Westtangente will die Stadt die Liegenschaft abbrechen. Denn neu wird die Seebahnstrasse im Gegenverkehr geführt, und die Lastwagen können aufgrund des Eckhauses kaum rechts abbiegen, wenn sie von der Hohlstrasse her kommen. Zudem behindert das Haus die Fussgänger und zwingt sie zu einem Umweg.

Der Hauseigentümer wehrt sich gegen die Enteignung und hat den Stadtrat, den Regierungsrat, das Verwaltungsgericht und das Bundesgericht mehrmals beschäftigt. Nun hat das höchste Gericht endgültig den Abbruch des Hauses bestätigt, wie die NZZ heute Donnerstag meldet.

Streit um Geld schwelt weiter

Der Eigentümer hatte in seiner wiederholten Eingabe eine neue Tatsache geltend gemacht. Die SBB wollen die nahe Brücke über ihre Geleise ersetzen. Dies ist deshalb wichtig, weil der Vorschlag des Eigentümers, eine Auskragung auf diesem Areal zu bauen, unter anderem damit abgeschmettert wurde, dass die Brücke tangiert wäre. Mit einer Ausweichfläche hätte sein Haus geschont werden können.

Das Bundesgericht bestätigte aber den Verwaltungsgerichtsentscheid, dass die neue Tatsache den Ausgang des Verfahrens kaum beeinflusst hätte. Verkehrstechnische Gründe hätten letztlich den Ausschlag für den Abbruchentscheid gegeben. Die Auskragung sei nicht geeignet für die Lösung des Verkehrsproblems.

Die Stadt kann das Haus aber nicht sofort abbrechen, weil der Streit über die Enteignungssumme noch vor dem Verwaltungsgericht hängig ist.

Erst kürzlich hat sich das Bundesgericht um ein anderes «Nagelhaus» kümmern müssen. Der Eigentümer eines Hauses, das einer Zufahrt zum Mobimo-Tower von der Pfingstweidstrasse her im Weg steht, wird ebenfalls enteignet, das Haus abgebrochen. (pu)

Erstellt: 06.11.2014, 08:24 Uhr

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