Fremdbetreuung

Wenn Eltern gegen Bobby-Cars ins Feld ziehen

Nach zwei Unfällen mit Plastikautos in städtischen Krippen schlugen Eltern Alarm und kritisierten die Betreuung scharf. Jetzt müssen die Bobby-Cars die Norm 71 erfüllen. Vor Stürzen schützt die allerdings nicht.

Bei Eltern umstritten: Bube auf einem Rutschauto.

Bei Eltern umstritten: Bube auf einem Rutschauto. Bild: Keystone

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In einer Wollishofer Kinderkrippe sind im Mai innerhalb von nur 10 Tagen zwei dreijährige Zwillingsbrüder mit dem gleichen Plastikauto gestürzt und haben sich dabei verletzt. Der eine hatte ein Loch im Kopf, der andere eine Risswunde am Kinn (TA vom 25. Mai). Die Eltern nahmen ihre Buben unverzüglich aus der Krippe und warfen dem Betreuungspersonal vor, seine Aufsichtspflichten verletzt zu haben.

Die Mutter hatte nach dem ersten Sturz verlangt, dass ihre Buben einen Helm tragen müssten, wenn sie auf den Bobby-Car steigen. Beim zweiten Unfall trug der Bub aber keinen Helm.

Wenn die Norm 71 wenig nützt

Die Stadt Zürich hat jetzt Konsequenzen gezogen, wie gestern die «NZZ am Sonntag» berichtete. Es wird zwar für Bobby-Car-Fahrer keine Helmpflicht geben, aber laut Katharina Stoll, Bereichsleiterin Kinderbetreuung in Zürich, sind in den neun städtischen Krippen nach den Sommerferien nur noch Autos zugelassen, welche die Norm 71 erfüllen.

Stoll geht laut dem Bericht davon aus, dass etwa 10 von den Rutschautos aus dem Verkehr gezogen werden müssen. Ob sich damit Unfälle vermeiden lassen, ist fraglich – das Auto in Wollishofen erfüllte die Norm 71. In den 240 anderen Zürcher Krippen gibt es keine Regeln, und auch der Verband Kindertagesstätten Schweiz wird nicht aktiv.

Erstellt: 11.06.2012, 11:14 Uhr

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