Wenn am Bellevue gar nichts mehr geht

Die nächsten fünf Wochen fährt kein Tram am Bellevue. Das sorgte am ersten Werktag bei den Pendlern für Irritationen.

Zürcher Passanten finden, über die Tramumleitung am Bellevue sei zu wenig informiert worden. Video: Lea Koch/Salome Müller

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Eine junge Frau steigt an der provisorischen Haltestelle Bürkliplatz aus dem 2er-Tram aus und ist leicht genervt. Die 2 fährt für die nächsten fünf Wochen nicht mehr ins Seefeld, sondern zweigt stattdessen beim See nach rechts Richtung Laubegg ab. Den Weg zur Arbeit muss sie nun zu Fuss zurücklegen.

Grund dafür ist die Baustelle am Bellevue, wo seit dem Wochenende Bauarbeiter die 1,5 Kilometer langen Gleise der Verkehrsbetriebe (VBZ) durch neue ersetzen. Ausserdem werden die Haltestellen behindertengerecht umgebaut. Der heutige Tag ist die Feuerprobe der Baustellenorganisation: der erste Werktag.

Im Tram besser informieren

Seit vergangenem Freitag fährt bis zum 14. August keines der sieben Trams mehr ans Bellevue, am Limmatquai bedienen Ersatzbusse die Tramhaltestellen. Die Busse verkehren zwischen dem Central und dem Bürkliplatz, stoppen aber am Bellevue nicht. Wer ins Seefeld muss, dem wird geraten, die S-Bahn nach Stadelhofen zu benützen. Heute Montag ist der erste Werktag mit den diversen Umleitungen und Verzögerungen, die sich durch Fussmärsche ergeben.

Wie eine Umfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet zeigt, haben nicht alle Trambenützer von der temporären Einschränkung gewusst. Diese ist gewaltig, wenn man bedenkt, dass täglich rund 75'000 Personen das Bellevue frequentieren: Es ist die am stärksten benützte Haltestelle im Netz der Verkehrsbetriebe. Der erste Morgen mit grossem Pendlerstrom ist glimpflich verlaufen. Die Fahrgäste stellen den VBZ hinsichtlich der Informationspolitik grundsätzlich ein gutes Zeugnis aus.

Vonseiten der VBZ heisst es, dass der erste Arbeitstag ohne Tramverkehr am Bellevue bisher zu keinen grösseren Problemen geführt habe. Weil nicht alle Passagiere von den Neuerungen wüssten und ihren Anschluss wegen der Grossbaustelle nicht fänden, seien VBZ-Mitarbeitende vor Ort und verwiesen sie an die richtige Stelle.

Eine Passantin sagt, sie habe zwar mitbekommen, dass das Bellevue nur erschwert zugänglich sei. Dass aber kein einziges Tram mehr über die Quaibrücke fahre, sei ihr neu: Nun werde sie in Zukunft früher von zu Hause losgehen, um rechtzeitig bei der Arbeit zu erscheinen. Einem anderen Trambenützer reichen die Bemühungen der VBZ hingegen nicht aus. In den Fahrzeugen werde zu wenig auf die momentanen Änderungen im Fahrplan hingewiesen. Was für unangenehme Überraschungen sorgt. Er habe zudem das Ausmass der Verzögerungen unterschätzt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.07.2015, 14:17 Uhr

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