Widerstand gegen Umbaupläne für Bahnhof Stettbach

Der 5,5-Millionen-Kredit für den Umbau der S-Bahn-Station Stettbach ist im Gemeinderat umstritten. Stein des Anstosses: die Park-and-Ride-Anlage.

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Für 45 Millionen Franken soll der teils unwirtliche Bahnhof Stettbach an der Grenze zu Dübendorf von Anfang 2009 bis Ende 2010 umgebaut und aufgewertet werden. Nebst dem Kanton und den SBB müssen sich auch die Städte Dübendorf und Zürich an den Kosten beteiligen, Zürich mit 5,5 Millionen. Über den Kredit für die Bahnhofverschönerung wird der Gemeinderat morgen Mittwoch entscheiden. Mit dem Geld will die Stadt den Platz vor dem Bahnhof neu gestalten und neu überdachen, die Veloabstellanlage auf 400 Plätze verdoppeln, einen Kiosk mit Billettverkaufsstelle sowie eine öffentliche WC-Anlage bauen.

SVP für Parkhaus, Grüne dagegen

Doch das Projekt stösst im Stadtparlament auf Widerstand. Sowohl die SVP als auch die Grünen stellen Rückweisungsanträge. Die SVP verlangt vom Stadtrat eine neue Weisung, welche auch die im Richtplan eingetragene, bisher aber nie realisierte Park-and-Ride-Anlage umfasst. SVP-Gemeinderat Bruno Amacker ärgert sich, dass die Stadt das Parkhaus trotz Richtplaneintrag ablehnt. Seiner Ansicht nach wäre ein Parking gerade an diesem Ort und neben den Autobahnausfahrten eine «vernünftige Lösung». Wenn die Autos am Stadtrand stehen gelassen werden und die Automobilisten mit dem öffentlichen Verkehr in die Stadt gelangen, werde die Innenstadt von Autos entlastet.

Die Grünen dagegen wollen das Parkhaus auf keinen Fall. Eine grosse Park-and-Ride-Anlage so nahe an der Stadt führe aus Erfahrung nicht zum erhofften Umsteigeeffekt und konkurrenziere das lokale öffentlichen Verkehrsnetz, sagt Fraktionschef Daniel Leupi. Konkret richtet sich der Rückweisungsantrag der Grünen gegen die im Rahmen des Bahnhofumbaus geplante Verlegung des Sagentobelbaches. Diese Bachverlegung, so Leupi, wäre ein erster Schritt hin zum Park and Ride.

Die FDP bedauert zwar, dass die Park- and-Ride-Anlage nicht in die Vorlage aufgenommen wurde. «Suboptimal», sagt Fraktionschef Michael Baumer. Dennoch unterstützt die FDP die Vorlage. Bei einer Rückweisung gehe zu viel Zeit verloren. Für die SP steht ein Park-and-Ride beim Bahnhof Stettbach «nicht zur Diskussion», wie Gemeinderat Andrew Katumba sagt. Er kritisiert die Rückweisungsanträge als «Schattenboxen», da die jetzige Vorlage mit dem Parkhaus gar nichts zu tun habe.

Mit der Glattalbahn steigt der Bahnhof Stettbach laut Prognosen vom siebt- zum viertgrössten Bahnhof im Kanton auf, was die Passagierzahlen betrifft. Zählt man derzeit pro Jahr sieben Millionen Passagiere, dürften es nach Inbetriebnahme der Glatttalbahn Ende 2010 neun Millionen sein.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 22.09.2008, 21:47 Uhr

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