Wie Schüler für den heissen Ernstfall üben

Schutz & Rettung Zürich besucht in diesem Jahr 13'000 Kinder in 120 Schulhäusern, um sie auf die Gefahren eines Feuers aufmerksam zu machen und das richtige Verhalten zu proben.

Ein Mädchen des Schulhauses Münchhalde wird während der Übung von einem Feuerwehrmann evakuiert.

Ein Mädchen des Schulhauses Münchhalde wird während der Übung von einem Feuerwehrmann evakuiert. Bild: Sophie Stieger

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Flori ist der grosse Held. Er zeigt den Kindergärtnern mit seiner riesigen Hand, wie man ein Zündholz richtig löscht. «Zischsch» tönts aus dem Wasserglas. Flori ist eine Sprechpuppe und war gestern zu Besuch im Schulhaus Münchhalde in Riesbach. Er ist das Aushängeschild des Teams KigaSchu von Schutz & Rettung Zürich, das sich für eine frühzeitige Brandschutzausbildung in Kindergärten und Schulen einsetzt.

Sie sollten das eben Erlernte gleich auch noch ihren Eltern kundtun, sagt die Instruktorin von Schutz & Rettung Zürich zu den Kleinen. Dann üben die Kinder unter der Anleitung von Lehrerin Walker das Sprüchlein «Wenns brennt, raucht oder kracht, wähle die 118!». Rund 13'000 Kinder aus sieben Schulkreisen in 120 Schulhäusern und 330 Kindergärten werden allein in diesem Jahr ausgebildet. Lanciert hat das Konzept ursprünglich die Gebäudeversicherung des Kantons Zürich.

Einsätze nicht nur bei Bränden

Nach dem ersten Schritt «Merke dir die 118» ist während der Probelektion wieder Flori dran. Er lässt die Kinder telefonieren und verbindet sie mit der Zentrale. Es zeigt sich, wie schwierig es für die Sprösslinge ist, nur schon den Einsatzort wie in diesem Fall die «Mühlebachstrasse 180» richtig anzugeben. Die Kindergärtner erfahren zudem, dass die Feuerwehr nicht nur bei einem Brand zum Einsatz kommt. Auch bei Wasserschäden, Überflutungen, vergifteten Gewässern, bei einem Autounfall oder wenn sich ein Büsi auf einen Baum verirrt, sind die Männer in ihren orangen Jacken gefragt.

Das KigaSchu-Team erhielt gestern gar ein Fahrzeug für die kommenden Einsätze. Stadträtin Esther Maurer (SP) nahm den riesigen Schlüssel für den Wagen entgegen und bespritzte ihn gleich mit Wasser. Das Ausbildungskonzept KigaSchu müsse Platz haben in den Lehrplänen, so Maurer. Es gehe beim Thema Feuerwehr nicht einzig darum, Nachwuchs zu generieren, sondern die Kinder zu sensibilisieren für alles, was mit Feuer zu tun habe. Maurer: «Das kann auch beim Cervelat-Bräteln helfen.» Schulvorstand Gerold Lauber (CVP) betonte, dass jedes noch so schöne Notfallkonzept erst dann etwas bringe, wenn es in der Praxis angewendet werden könne. Und um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, gabs anschliessend eine Evakuationsübung. Annahme: In einem der oberen Stockwerke war ein Brand ausgebrochen. Es mussten Schüler mit der Feuerleiter gerettet werden. Die kleinen wie grossen Schüler zeigten sich beeindruckt. Einzig Flori liess das kalt. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.09.2008, 07:23 Uhr

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