Wie eine Bio-Idee zum Trendgetränk wurde

Vor fünf Jahren hat die Zürcher Start-up-Firma Traktor mit der Produktion von biologischen Smoothies begonnen. Der Berg ist erklommen, nun geht man fortschrittlich in die Zukunft.

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Wenn Firmen über Geschäftsgänge oder neue Projekte informieren, tun sie das meistens mit Powerpoint-Präsentationen in nüchternen Sitzungszimmern. Dass es auch erquickender geht, hat gestern das Zürcher Start-up-Unternehmen Traktor beziehungsweise dessen Kogründer- und Geschäftsführer Philippe Schenkel und Michael Wehrli gezeigt. Das findige Duo lud anlässlich des 5-Jahr-Jubiläums seiner Getränke-Produktionsfirma nämlich nicht zur Sitzungszimmer-Konferenz, sondern zum Medien-Zmorge im Café Noir im Kreis 5 – bevor man auch nur einen Satz notiert hatte, wurde man, gewärmt von der Morgensonne, mit Kaffee, Gipfeli und Traktor-Smoothies versorgt. Ein Start nach Mass. Dass die Kleinfirma in den nun folgenden Zeilen einen verbalen Lorbeerkranz aufgesetzt bekommt, hat nichts mit diesem wonnigen Tagesbeginn, sondern einzig und allein mit ihrem eindrücklichen und auf Innovation konditionierten Leistungsausweis zu tun. Zu den Fakten.

Begonnen haben Schenkel und Wehrli, die sich im Studium der Umweltwissenschaften an der ETH kennen gelernt hatten, anno 2002 mit einer einjährigen Vorbereitungs- und Aufbauphase. Dabei wurden erste Smoothie-Rezepturen – das Smoothie ist ein pürierter Fruchtsaft mit viel Fruchtfleisch und intensivem Geschmack – gar noch in der WG-Küche ausgetestet. Kurz vor dem «Point of no Return» überwarfen sich die Jungunternehmer mit dem potenziellen Financier – und überzeugten kurzerhand 54 Personen aus dem Familien- und Freundeskreis, als Aktionäre in die Klein-AG einzusteigen.

Von Anfang setzte man bei Traktor auf Bio-Qualität, ökologische Nachhaltigkeit und ein originelles Marketing. So werden für die von einem Geschäftspartner produzierten und abgefüllten Fruchtsäfte – zu den sechs fixen Smoothie-Sorten kommen immer eine oder zwei saisonale Geschmacksrichtungen – nur voll ausgereifte Bio-Früchte verwendet. Und seit dem 1. Juli 2005 sind alle Traktor-Produkte (neben den Smoothies umfasst das Sortiment jetzt auch drei klassische Fruchtsäfte und eine Bio-Schorle) klimaneutral. Das heisst, um den unvermeidlichen CO2-Ausstoss zu kompensieren, geht pro verkaufter Traktor-Flasche ein Rappen an die Stiftung MyClimate, die das Geld in globale Klimaprojekte reinvestiert. Hinzu kommt, dass die demnächst lancierte und in der Schweiz hergestellte neue Flasche teilweise aus rezykliertem PET besteht.

Knapp drei Millionen Jahresumsatz

Weil gerade in den «knüppelharten Anfangsjahren» (O-Ton Wehrli) das Geld für teure Werbung fehlte, machte man aus der Not eine Tugend – und setzte beim Marketing auf den engen Kunden- und Publikumskontakt durch «persönliche» Anlässe, smarte Wettbewerbe oder die Unterstützung eines Hobby-Veloteams.

Die kleine Start-up-Firma hat sich inzwischen zu einem etabliertem Unternehmen entwickelt, das mit sechs Mitarbeitern einen Jahresumsatz von gegen drei Millionen Franken erwirtschaftet – und dabei ein jährliches Wachstum zwischen 40 und 60 Prozent erzielt. Dass dies mit einem nicht eben billigen Frischprodukt – der Preis pro Smoothie beträgt rund vier Franken – in einem der am stärksten umkämpften Märkte gelang, liegt auch am Umdenken der Gesellschaft; gerade die urbane Bevölkerung ab 30 gewichtet Qualität und Bio-Labels heute höher denn je. Gleichzeitig sind Smoothies – in den USA und England schon lange ein Renner – in den letzten Jahren auch hierzulande zum Trendgetränk geworden.

Gefeiert wird der Geburtstag und die Erfolgsgeschichte am kommenden Sonntag mit einem öffentlichen Zmorge im Naturzentrum Sihlwald. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 27.08.2008, 22:03 Uhr

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