Zeichensprache

Wie man Freiern die Spielregeln erklärt

In Zürich wird es neu ein Schild für den Strassenstrich geben. Und auf dem Strichplatz erklären zahlreiche Piktogramme die Regeln. Ein Symbol fehlt jedoch.

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Es gibt eine neue Verkehrstafel im Zürcher Schilderwald: Der Schriftzug «Strichplatz» und ein aufgespannter roter Regenschirm. Dieses Symbol weist ab Ende August die Freier im Auto vom Sihlquai im Kreis 5 zum neuen Strichplatz in Altstetten. Die Tafel wird anfänglich an den grösseren Kreuzungen entlang der Strecke aufgestellt, bis die Freier den neuen Standort gefunden haben.

Der Regenschirm ist in Osteuropa ein Symbol für käuflichen Sex, im Sihlquai stehen vor allem Romafrauen an. Daneben werden die Prostituierten und die Freier mit Flyern, Plakaten und einer Website (www.stadt-zuerich.ch/strichplatz) im Internet auf den Strichplatz am Depotweg aufmerksam gemacht.

Mit Piktogrammen weist das Sozialdepartement als Platzherrin auf die Spielregeln auf dem Areal hin: kein Zutritt für Fussgänger und Velofahrer, Aufenthaltsverbot für Minderjährige, Sex im Gebüsch und ausserhalb des umzäunten Areals ist nicht erlaubt, keine Film- und Tonaufnahmen, und im Auto darf nicht mehr als ein Freier sitzen.

Zuhälter fehlen

Diese Regeln werden von Mitarbeitern des Sozialdepartements im Pavillon auf dem Areal überwacht: ab 19 Uhr bis gegen Mitternacht von den Sozialarbeiterinnen der Frauenberatung Flora Dora, ab Mitternacht bis 5 Uhr vom städtischen SIP-Personal (Sicherheit/Intervention/Prävention).

Ein Piktogramm fehlt allerdings: das Zutrittsverbot für Zuhälter. Sollten diese trotzdem auftauchen, werden sie wohl von den zivilen Polizisten der Fachgruppe Milieu-/Sexualdelikte erkannt und aufgehalten.

Keine uniformierten Polizisten

Die Sittenpolizei, wie sie früher hiess, wird wie bisher auf dem Sihlquai auch in Altstetten sporadisch vor Ort sein. Auf eine uniformierte Polizeipräsenz auf dem Areal und im Eingangsbereich wird verzichtet.

Zwei weitere Piktogramme in violetter und roter Farbe signalisieren am Anfang des 200 Meter langen Rundlaufs, wo die Frauen in den zehn Unterständen anstehen und wo die Standplätze der maximal vier Wohnmobile sind.

Erstellt: 16.08.2013, 11:24 Uhr

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