Wieso braucht es ein Tram über die Hardbrücke?

Heute Freitag wird die neue Zürcher Tramstrecke eingeweiht. Aber was bringt der 130-Millionen-Bau überhaupt? Sechs Fragen, sechs Antworten.

Testfahrt auf der Harbdrücke: Ab diesem Sonntag fahren die 8er-Trams fahrplanmässig auf der neuen Linie. Video: Tamedia Webvideo/VBZ

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Wieso gibt es neu ein Tram über die Hardbrücke?
Das 8er-Tram, das nicht am Hardplatz wendet, sondern rauf auf die Hardbrücke und beim Bahnhof Hardbrücke über die bestehende Autorampe wieder runter fährt, hat verschiedene Vorzüge. So werden der Paradeplatz und der Helvetiaplatz direkt mit dem Boomquartier Zürich-West verbunden. Die Pendler profitieren vom Tramanschluss am Bahnhof Hardbrücke. Der neue 8er ist ohnehin ein Tram für die Berufspendler – 90’000 sollen es bis 2030 werden, die täglich am Bahnhof Hardbrücke ein- und aussteigen. Den bestehenden Buslinien fehlt die Kapazität, diese Passagiere effektiv zu befördern. Gibt es Tramgegner? Ausser der SVP waren alle Parteien dafür. Gemeinde- und Kantonsrat stimmten der neuen Tramverbindung zu. Am Sonntag, 30. November 2014, bewilligten 66 Prozent der Stimmenden den notwendigen kantonalen Kreditanteil.

Wie teuer war der Bau?
Die Gesamtkosten für die Tramverbindung Hardbrücke berappen sich laut VBZ auf rund 130 Millionen Franken. Den grössten Teil, 101,2 Millionen, verursachten die 700 Meter lange Tramlinie über der Brücke und die Neugestaltung des Hardplatzes. Weitere 28,4 Millionen Franken kostete Umbauten am Bahnhof Hardbrücke – Überdachung der Warteflächen, zusätzliche Treppenabgänge. Der Bund beteiligt sich im Rahmen der Agglomerationsprogramme mit rund 45 Millionen Franken, der Kanton steuerte rund 76 Millionen bei und die Stadt Zürich knapp 8 Millionen. Die Stadt finanziert zudem Werkleitungen und den Convenience Store am Hardplatz mit 7,2 Millionen.

Wie verändert sich die Linienführung?
Erstmals überquert eine Tramlinie in der Stadt Zürich das Gleisfeld. Das 8er-Tram fährt neu vom Klusplatz via Bahnhof Stadelhofen durch die Innenstadt und ab Hardplatz über die Hardbrücke bis zum Hardturm. Die Strecke zählt neu 24 Haltestellen. Die Linie 15 wendet neu am Bahnhof Stadelhofen.

So sind die Linien 8 und 15 neu unterwegs. (Zum Vergrössern der Grafik klicken Sie hier)

Wie sind Autofahrer betroffen?
Das 8er Tram überquert nicht nur die SBB-Gleise, sondern macht auf der Hardbrücke in Fahrtrichtung Hardturm einen Schlenker und überquert dabei die Brücke in ihrer vollen Breite. Lichtsignalanlagen regeln den Verkehr. Und auch in Fahrtrichtung Hardplatz muss das Tram am Ende der Brücke die Fahrspuren kreuzen. Die VBZ beteuern, dass das neue Tram keinen zusätzlichen Stau verursacht. Das hätten Verkehrssimulationen gezeigt. Und weil das Tram auf der Hardbrücke die Busspur befährt, sind weiterhin gleich viele Fahrspuren für den motorisierten Individualverkehr verfügbar.

Blick von oben: So kreuzt das Tram die Fahrspuren auf der Brücke. Bild: Screenshot/VBZ

Rund um die Hardbrücke werden allerdings einige Änderungen in der Strassenführung vorgenommen. Die Pfingstweidstrasse in Richtung Hardplatz wird neu als Linksabbieger via Geroldrampe auf die Hardbrücke geführt. Die Hardstrasse wird im Abschnitt zwischen Josef- und Pfingstweidstrasse zu einer Einbahnstrasse. Dafür erhalten Auto- und Töfffahrer vom Escher-Wyss-Platz in Richtung Hardbrücke einen zusätzlichen und separaten Fahrstreifen. Der Durchgangsverkehr vom Hardplatz in Richtung Escher-Wyss-Platz wird von der Hardbrücke via Geroldrampe – Pfingstweidstrasse – Duttweilerstrasse – Förrlibuckstrasse zum Escher-Wyss- Platz geführt.

Was bedeutet die Änderung für Fussgänger und Velofahrer?
Velofahrer und Fussgänger müssen sich das Trottoir teilen. Weil der Platz begrenzt ist, gelten neue Regeln. Velos dürfen nur noch maximal 48 Stunden in den offiziellen Abstellanlagen parkiert werden. Abstellen entlang dem Fussweg auf der Brücke ist verboten. Die Stadt transportiert vorschriftswidrige parkierte Velos ab.

Wann geht es los?
Bevor am Sonntag, 10. Dezember, die ersten Trams fahrplanmässig über die Harbrücke rollen, wird gefeiert. Heute Freitag eröffnen FDP-Regierungsrätin Carmen Walker Späh, die FDP-Stadträte Andres Türler und Filippo Leutenegger, VBZ-Direktor Guido Schoch und Roland Jordi, Leiter Engineering und stellvertretender Leiter Projekte SBB Infrastruktur, die Tramverbindung. Am Samstag findet das öffentliche Einweihungsfest statt, von 10 bis 20 Uhr. Mehr Infos zum Programm finden Sie unter diesem Link.

Video: «Das Tram muss quietschen»

Die Basler haben die Züri-Trams bereits. Was sie davon halten. Video: Lea Koch


(sip)

Erstellt: 07.12.2017, 16:51 Uhr

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