Wirbel um Aepplis Luxuswohnungen im Seefeld

«Die Weltwoche» enthüllt, dass Regine Aeppli und ihr Mann zwei Wohnungen gekauft haben – im Seefeld.

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Die Story in der aktuellen «Weltwoche» tönt nicht sehr vorteilhaft für die SP-Regierungsrätin: Regine Aeppli und ihr Mann, Wirtschaftsanwalt Thomas Wartmann, hätten zwei Wohnungen für geschätzte 6,98 Millionen Franken in einer Neuüberbauung an der Zollikerstrasse 126 vis-à-vis des Botanischen Gartens gekauft. Das Achtfamilienhaus stammt vom Starbüro Gigon/Guyer und ist bald bezugsbereit. Die SP kämpft derweilen gegen die «Seefeldisierung» und für bezahlbaren Wohnraum für alle.

In Tat und Wahrheit ist es weniger dramatisch. An der Zollikerstrasse 126 – an bester Lage – stand bis 2007 eine alte Villa mit grossem Garten. Der Eigentümer schrieb einen Architekturwettbewerb für eine Überbauung mit acht Wohneinheiten aus und verkaufte darauf das Projekt samt Land an ein Konsortium, an dem auch Aepplis Mann beteiligt ist. Aeppli-Wartmanns, bisher in einer Mietwohnung, kauften Anfang 2009 eine 4-1/2- und eine 2-1/2-Zimmer-Wohnung. «Die grössere Wohnung hat mein Mann gekauft, die kleinere ich fürs Alter», sagt Regine Aeppli. Sie habe dazu ihre Vorsorge investiert. In die grosse Wohnung will sie im Sommer mit ihrem Mann einziehen, die kleine Einlegerwohnung benützt ihre Tochter mit einer Freundin. Kosten für die beiden Wohnungen: 4,4 Millionen Franken. «Ich bin mir bewusst, dass es ein Privileg ist, so zu wohnen», sagt Aeppli.

Was sagen Aepplis Parteikolleginnen, die am vehementesten gegen die Seefeldisierung kämpfen? Gemeinderätin Jacqueline Badran meint: «Wir sind dagegen, dass Mieter den Gewinn von Immobilieneigentümern bezahlen müssen, befürworten aber selbst genutztes Eigentum.» Kantonsrätin Elisabeth Derisiotis, langjährige Mieterpräsidentin, verteidigt Aeppli ebenfalls: «Es ist für mich gut nachvollziehbar und politisch problemlos, dass sie Wohnraum für sich und ihre Familie an guter Lage erwirbt.»

Erstellt: 12.03.2011, 12:24 Uhr

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